Ein Ozongenerator ist ein Gerät, das gezielt Ozon erzeugt, ein reaktives Gas aus drei Sauerstoffatomen, und es in den Raum abgibt. Verkauft wird er gegen Gerüche, Schimmel und Keime. Die US-Umweltbehörde EPA kommt nach Auswertung der Studien zu dem Schluss, dass Ozon in Mengen, die für Menschen unbedenklich sind, kaum Schadstoffe aus der Luft entfernt. In Mengen, die wirken, reizt es die Atemwege.
Was ein Ozongenerator macht
Im Gerät entsteht aus dem Sauerstoff der Luft Ozon. Ein Gebläse verteilt das Gas im Raum. Ozon reagiert mit vielen anderen Stoffen, und auf dieser Reaktion beruht das Werbeversprechen: Geruchsmoleküle sollen zerfallen, Keime absterben.
Damit unterscheidet sich ein Ozongenerator grundlegend von einem Luftreiniger. Ein Luftreiniger saugt die Luft an und hält Partikel im Filter fest, Aktivkohle bindet Gase. Bei einem Ionisator kann Ozon als Nebenprodukt entstehen, beim Ozongenerator ist es der Zweck. Wie Ionisatoren arbeiten, erklären die Ratgeber Was ist ein Ionisator? und Luftreiniger mit Ionisator.
Im Handel heißen die Geräte auch Ozongerät, Ozonisator oder Ozon-Luftreiniger. Es gibt sie als kleine Geräte für Kühlschrank und Auto ebenso wie als Profimaschinen für die Brandsanierung.
Gesundheit: warum Ozon in der Atemluft schadet
Ozon ist ein Reizgas. Das Umweltbundesamt beschreibt die Wirkungen von Ozon als verminderte Lungenfunktion, entzündliche Reaktionen in den Atemwegen und Atemwegsbeschwerden. Bei körperlicher Anstrengung können sich die Wirkungen verstärken, Asthmatiker gelten als besonders anfällig. Für die Außenluft werden laut UBA ab 180 µg/m³ im Stundenmittel Verhaltensempfehlungen an die Bevölkerung gegeben.
Die EPA führt auf ihrer Seite zu Ozongeneratoren dieselben Risiken auf:
- verminderte Lungenfunktion
- Verschlechterung von Asthma
- Reizung im Hals und Husten
- Schmerzen in der Brust und Kurzatmigkeit
- Entzündung des Lungengewebes
- höhere Anfälligkeit für Atemwegsinfekte
Ein Problem im Alltag ist die Dosierung. Laut EPA hängt die Ozonmenge im Raum von der Leistung des Geräts, der Raumgröße, den Materialien im Raum, dem Ozon in der Außenluft und der Lüftung ab. Die Einstellung nach Raumgröße auf dem Gerät erfasst nur einen dieser Faktoren. Auch der Rat, die Stufe zu senken, sobald man Ozon riecht, hilft wenig, denn wie gut Menschen Ozon riechen, ist laut EPA sehr unterschiedlich, und die Nase stumpft in ozonhaltiger Luft schnell ab. Riecht ihr nichts, ist der Wert deshalb noch lange nicht unbedenklich. Wer mehrere Geräte gleichzeitig laufen lässt, erhöht das Risiko zusätzlich.
Neben der Schwelle von 180 µg/m³ nennt das Umweltbundesamt für die Außenluft einen Zielwert zum Schutz der Gesundheit. Der höchste Achtstunden-Mittelwert eines Tages darf an höchstens 25 Tagen im Kalenderjahr über 120 µg/m³ liegen, gemittelt über drei Jahre. Für medizinische Geräte in Innenräumen schreibt die US-Arzneimittelbehörde FDA laut EPA eine Ozonabgabe von höchstens 0,05 ppm vor. Die EPA stellt außerdem klar, dass keine US-Bundesbehörde diese Geräte für bewohnte Räume zugelassen hat, auch wenn manche Anbieter das behaupten.
Was Ozon gegen Gerüche, Schimmel und Keime wirklich schafft
Die EPA hat die Versprechen der Hersteller mit dem Stand der Forschung verglichen:
| Versprechen | Befund laut EPA |
|---|---|
| entfernt Schadstoffe aus der Luft | in gesundheitlich unbedenklichen Mengen kaum |
| beseitigt Gerüche | viele Geruchsstoffe nicht, Körpergeruch wird eher überdeckt als entfernt |
| entfernt Formaldehyd | in Versuchen keine Wirkung |
| tötet Viren, Bakterien, Schimmel | in unbedenklichen Mengen nicht wirksam |
| macht die Luft sauberer | Reaktionen bilden neue, teils reizende Stoffe |
Die EPA beschreibt einen Versuch mit Ozon und Ausdünstungen eines neuen Teppichs. Einige Stoffe nahmen ab, dafür entstanden Aldehyde, und die Gesamtmenge organischer Stoffe in der Luft stieg. Wer Ozon gegen Ausdünstungen neuer Möbel einsetzt, tauscht also einen Stoff gegen andere. Was gegen Formaldehyd tatsächlich hilft, steht im Ratgeber Luftreiniger gegen Formaldehyd.
Auch gegen Schimmel bringt Ozon nichts Dauerhaftes. Selbst wenn Sporen in der Luft geschädigt würden, bleibt die feuchte Wand, an der neuer Schimmel wächst. Wie ihr Schimmel an der Ursache angeht, erklärt der Ratgeber Luftreiniger gegen Schimmel.
Wann Ozon trotzdem eingesetzt wird
In hohen Konzentrationen und in leeren Räumen wird Ozon tatsächlich verwendet, etwa bei der Sanierung nach einem Brand. Die EPA nennt diesen Einsatz ausdrücklich: Ohne Menschen im Raum werden hohe Ozonwerte genutzt, um bestimmte Gerüche oder Verunreinigungen zu beseitigen. Die Behörde fügt hinzu, dass über die Reaktionsprodukte, die danach im Raum bleiben, wenig bekannt ist. Hohe Ozonwerte schaden außerdem Zimmerpflanzen. Auch Gummi und Kabelisolierungen nehmen Schaden, dazu Stoffe und Kunstwerke mit empfindlichen Farbstoffen.
Eine Ozonbehandlung ist deshalb keine Methode für den Alltag in einer bewohnten Wohnung. Wenn ein Brandschaden oder ein stark verrauchtes Auto behandelt werden muss, gehört das in die Hände eines Fachbetriebs, der den Raum vorher räumt, während der Behandlung niemanden hineinlässt und ihn erst nach dem Lüften wieder freigibt.
Wer einen Betrieb beauftragt, klärt vorher diese Punkte:
- Wird der Raum während der Behandlung vollständig geräumt, auch von Haustieren und Pflanzen?
- Wie lange wird behandelt, und wie lange danach gelüftet?
- Wie prüft der Betrieb, dass der Ozonwert gesunken ist, bevor ihr den Raum betretet?
- Was passiert mit Polstern und Teppichen, in denen der Geruch sitzt?
- Wird die Ursache des Geruchs mitbehandelt, etwa verrußte Tapeten oder Dämmung?
Bessere Wege gegen Gerüche und Keime
Gegen die meisten Gerüche hilft die Reihenfolge, die auch die EPA empfiehlt. Zuerst die Quelle finden und entfernen, dann gründlich lüften. Bleibt ein Geruch, bindet ein Luftreiniger mit viel Aktivkohle die Geruchsstoffe im Filter, ohne neue in die Luft zu geben. Wie viel Kohle dafür nötig ist, zeigt der Ratgeber Luftreiniger mit Aktivkohlefilter.
Stoßlüften mit weit geöffnetem Fenster tauscht die Raumluft aus und bringt keine neuen Stoffe in den Raum.
Für die häufigsten Geruchsquellen gibt es eigene Ratgeber: Rauchgeruch entfernen für kalten Zigarettenrauch, Tipps gegen Küchengerüche für Kochdunst und Luftreiniger für Haustiere für Katzenklo und Hundegeruch. Wer Viren in der Raumluft verringern will, findet die Fakten im Beitrag Luftreiniger gegen Corona und Viren. Welches Gerät zu eurem Problem passt, fragt der Luftreiniger-Finder in drei Schritten ab.