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Hausstaubmilben bekämpfen: Hintergründe und 10 effektive Hausmittel

Das Leben als Hausstauballergiker ist alles andere als einfach. Die Milben, die den allergieauslösenden Kot absondern, sind nämlich praktisch überall. Die Gewissheit, dass in Sofa, Bett, Teppich und anderen Textilien im Haushalt Millionen kleiner Krabbeltiere leben, ist aber nicht nur für Allergiker eklig. Leider ist es nicht möglich, die winzigen Spinnentiere komplett loszuwerden. Es gibt aber verschiedene Möglichkeiten, um ihre Vermehrung einzudämmen.

Wenn Sie Hausstaubmilben bekämpfen und beseitigen möchten, sollten Sie den folgenden Blogartikel lesen, denn hier stellen wir Ihnen zehn effektive Hausmittel und Methoden vor.

Hausstaubmilbe bekämpfen

Hintergründe zur Hausstauballergie

Wichtig zu wissen ist, dass die Hausstauballergie nicht durch den Staub an sich verursacht wird. Es liegt an Absonderungen von Milben.

Hausstaubmilbenallergie eigentlich nicht durch die Milben selbst, sondern durch das Einatmen ihres Kotes entsteht. Dieser ist im Hausstaub mit enthalten. Deshalb wird von einer inhalativen Allergie gesprochen. Zwar befinden sich auslösende Allergene in kleiner Menge auch im Inneren der Milbenkörper, in erster Linie aber im Milbenkot.

Trotzdem ist in diesem Artikel der Einfachheit halber in der Regel von einer Hausstaubmilben- oder Hausstauballergie die Rede.

Verbreitung der Allergie

Forscher aus Wiesbaden gehen davon aus, dass sieben Prozent der Bevölkerung an einer Hausstaubmilbenallergie leiden. In den USA sollen ungefähr 20 Millionen Menschen betroffen sein.

  • Eine Langzeitstudie zur gesundheitlichen Lage der Kinder und Jugendlichen in Deutschland (KiGGS), die vom Robert-Koch-Institut durchgeführt wurde, hat in den Jahren von 2003 bis 2006 bei beinahe 13.000 drei- bis 17-jährigen Kindern den Gehalt an IgE-Antikörpern gegen 20 verschiedene Allergene gemessen.
  • Nach Gräsern war die Allergie gegen Hausstaubmilben dabei die zweithäufigste Allergie. Die Antikörper konnten bei fast 26 Prozent der Jungen und bei 19 Prozent der Mädchen festgestellt werden.

Erkennung: Leide ich an Hausstauballergie?

Wenn Sie vermuten, an einer Hausstaubmilbenallergie zu leiden, empfiehlt sich zunächst natürlich der Gang zum Arzt.

  • Sofern Ihre Symptome hauptsächlich in Ihren eigenen vier Wänden auftreten, im Freien aber besser werden und das ganze Jahr über bestehen, sind Hausstaubmilben als Auslöser einer Allergie wahrscheinlich.
  • Dennoch müssen andere Verursacher wie eine Pollenallergie, eine Schimmelpilzallergie und eine Tierallergie ausgeschlossen werden.
  • Der Arzt kann die Vermutung, dass Sie an einer Hausstauballergie leiden, durch Haut- und Bluttests sichern. Auch ein sogenannter Provokationstest kann für zusätzliche Sicherheit sorgen. Bei diesem Test werden kleine Mengen des Allergens auf die Nasenschleimhaut aufgebracht. Anschließend kann beobachtet werden, ob es zu einer allergischen Reaktion kommt.

Auch Luftreiniger können hier eine Abhilfe schaffen und die Symptome lindern:

Stauballergie keine Frage der Hygiene

Eine Hausstaubmilbenallergie hat nichts damit zu tun, dass es in Ihrem Haushalt unhygienisch wäre. In einer Matratze leben im Durchschnitt zwei bis zehn Millionen Milben. Schon ein Gramm Hautschuppen, das täglich vom Menschen verloren wird, dient dieser Milbenpopulation sechs Wochen lang als Nahrungsquelle.

  • Beliebte Aufenthaltsorte sind neben der Matratze auch Kuscheltiere, Teppiche, Polstermöbel und andere Textilien. Bei einer Raumtemperatur von 25 Grad Celsius und einer Luftfeuchtigkeit zwischen 65 und 80 Prozent finden die Milben perfekte Bedingungen zum Leben und Vermehren vor.
  • Wenn ein Familienmitglied unter einer Hausstauballergie leidet, ist es nicht sinnvoll, ein Haustier anzuschaffen. Milben ernähren sich nämlich nicht nur von menschlichen Hautschuppen, sondern auch von den Hautschüppchen von Hund, Katze, Kaninchen und Vogel. Darüber hinaus geben Haustiere selbst auch Allergene ab, gegen die Hausstauballergiker im Laufe der Zeit weitere Allergien entwickeln können.
  • Falls Sie trotz Hausstauballergie nicht auf Haustiere verzichten können, kommen Aquarien- oder Terrarien-Bewohner in Frage.

Behandlung und Krankheitsbild

Eine Hausstauballergie kann Beschwerden an mehreren Organsystemen nach sich ziehen. Besonders betroffen sind folgende Organe:

  1. Nase: Es kommt zu allergischem Schnupfen mit Schleimhautschwellung, laufender oder verstopfter Nase und Niesreiz.
  1. Augen: Allergiker leiden unter tränenden, juckenden und geröteten Augen sowie an einer allergischen Bindehautentzündung.
  1. Haut: Bei Kontakt mit dem Allergen kommt es möglicherweise zu Nesselfieber, Ausschlag und Juckreiz
  1. Lunge: Der Kot der Hausstaubmilben führt zu allergisch bedingtem Husten, Bronchitis oder allergischem Asthma. Auch eine akute Atemnot kann in schweren Fällen auftreten

Es ist möglich, gegen die Beschwerden der Allergie Medikamente einzusetzen. Gängig sind sogenannte Antihistaminika. Sie lindern die allergischen Symptome effektiv und schnell, weil sie die allergische Reaktion des Körpers auf das Allergen unterdrücken und somit verhindern, dass große Mengen an Histamin freigesetzt werden. Diese sind für die typischen Beschwerden der Allergie verantwortlich. Leider können die Arzneimittel unerwünschte Nebenwirkungen mit sich bringen.

Hausmittel zur Behandlung

Viele Allergiker entscheiden sich deshalb dafür, die Symptome lieber mit Hausmitteln zu behandeln. Als hilfreich haben sich folgende Hausmittel erwiesen:

  1. Reiben Sie Ihre Haut mit Neembaum-Öl ein, um die Hausstaubmilben von Ihrem Körper fernzuhalten.
  2. Nehmen Sie 14 Tage lang täglich einen Teelöffel Schwarzkümmelöl ein. Das soll die Symptome der Allergie lindern.
  3. Achten Sie auf eine vitaminreiche Ernährung. Besonders Vitamin C muss in großen Mengen aufgenommen werden. Es ist in rohem Sauerkraut, Tomaten, Paprika und Orangen enthalten.
  4. Mischen Sie einen Tropfen Eukalyptusöl in zehn Milliliter Speiseöl. Benetzen Sie ein Wattestäbchen mit dem Öl und geben Sie es auf die Innenseite Ihrer Nase, bevor Sie sich ins Bett legen. Das lindert die nächtlichen und morgendlichen Allergiesymptome.

Allerdings können die Antihistaminika ebenso wenig wie die Hausmittel gegen die Ursache der Allergie an sich – also gegen die Überempfindlichkeit des Immunsystems – helfen. Sobald die Medikamente oder Hausmittel abgesetzt werden, treten die allergischen Beschwerden wieder auf.

Die einzige Möglichkeit, um die Hausstaubmilbenallergie ursächlich zu behandeln, ist die Hyposensibilisierung. Eine solche Behandlung kann zwar bis zu drei Jahre dauern, allerdings hält die Wirkung bei Erfolg mehrere Jahre an. Besonders bei einer erst kürzlich aufgetretenen Allergie und bei Kindern im Alter von mindestens sechs Jahren hat eine Hyposensibilisierung gute Erfolgsaussichten. Sprechen Sie daher mit Ihrem Arzt über diese Möglichkeit.

10 Hausmittel, um Hausstaubmilben zu bekämpfen

Im Idealfall sollten Sie in Ihrem Zuhause die Hausstaubmilben bekämpfen und ihr Aufkommen reduzieren, um Ihre allergischen Symptome zu lindern. In den folgenden Abschnitten stellen wir Ihnen zehn Hausmittel vor, die dabei helfen, die kleinen Spinnentiere auf natürliche Weise zu beseitigen.

Der effektivste Weg, um Milben zu bekämpfen, besteht darin, regelmäßig zu putzen. Der allergieauslösende Kot ist schließlich insbesondere in Hausstaub enthalten. In einem staubigen Umfeld werden Sie daher mehr unter den Beschwerden leiden als in einer nahezu staubfeien Umgebung.

Wischen Sie also regelmäßig Staub: Am besten wischen Sie Böden und Möbelstücke wenigstens alle drei Tage mit einem feuchten Tuch ab. So entziehen Sie den Milben auch gleich die wichtigste Nahrungsquelle.

Teppiche sollten ebenso zweimal pro Woche abgesaugt werden. Verwenden Sie dafür unbedingt einen Staubsauger, der speziell für Allergiker geeignet ist und über einen hochwertigen HEPA-Filter verfügt. Außerdem empfiehlt es sich, kleinere Teppiche einmal im Monat auslüften zu lassen. Hängen Sie sie dafür nach draußen auf den Balkon und klopfen Sie sie mit dem Teppichklopfer sorgfältig aus.

Da sich Milben auch in Textilien gerne einnisten und dort vermehren, sollten diese ebenfalls regelmäßig gereinigt werden. Geben Sie Kuscheltiere, Bettwäsche und Gardinen wenigstens einmal im Monat bei einer möglichst hohen Waschtemperatur in die Waschmaschine.

Ein wirksames Hausmittel gegen Milben ist ätherisches Teebaumöl. Füllen Sie Wasser in eine leere Sprühflasche und geben Sie ungefähr 30 Milliliter Teebaumöl hinzu. Schütteln Sie die Mischung gründlich und sprühen Sie diese auf alle Textilien der Wohnung. Behandeln Sie damit insbesondere Matratzen, Sofas, Vorhänge und Teppiche. Auch beim Wischen der Böden können Sie einige Tropfen Teebaumöl in das Putzwasser geben.

Ein warmes, feuchtes Klima ist perfekt für Milben. Deshalb sollten Sie bewusst für kühle Temperaturen von weniger als 20 Grad Celsius sorgen, um den Milbenbestand in Ihrer Wohnung zu reduzieren. Sie können lose Textilien auch regelmäßig über Nacht in die Kühltruhe legen. Dadurch werden Milben abgetötet.

Neben Wärme bevorzugen Milben eine hohe Luftfeuchtigkeit. Messen Sie daher mit einem Feuchtigkeitsmesser nach: Ist die Luftfeuchtigkeit höher als 55 Prozent, ist es wichtig, sie zu reduzieren. Das klappt mit folgenden Tipps:

  • Reduzieren Sie Topfpflanzen auf ein Minimum
  • Lüften Sie zweimal täglich
  • Trocknen Sie Ihre Wäsche im Freien, im Wäschekeller oder im Trockner
  • Verwenden Sie beim Kochen die Dunstabzugshaube und lüften Sie anschließend

Unter 40 Prozent sollte die Luftfeuchtigkeit aber nicht fallen, denn eine zu trockene Luft kann ebenfalls gesundheitliche Probleme nach sich ziehen.

Die Matratze in Ihrem Bett können Sie nicht waschen. Allerdings gibt es Matratzenbezüge, die speziell für Allergiker geeignet sind. Sie sind undurchlässig für Milben und können gewaschen werden. Dies stellt einen effektiven Weg dar, um sich vor dem allergieauslösenden Kot der Milben und damit den allergischen Symptomen zu schützen.

Achten Sie beim Kauf eines Allergiker-Matratzenbezugs darauf, dass dieser sich einfach beziehen und abnehmen lässt. Außerdem sollte er bei 60 Grad Celsius waschbar sein. Waschen Sie den Bezug ein- bis viermal im Jahr – je nachdem, wie stark Ihre Allergie ausgeprägt ist. Der Matratzenbezug lässt sich gut trocknen, wenn Sie ihn mit den Ecken über vier Stühle spannen. So bleibt er in Form und trocknet schnell durch.

Um das Aufkommen von Hausstaubmilben in Ihrer Wohnung zu reduzieren, haben sich auch spezielle Luftreiniger bewährt. Sie saugen die mit Staub und Milben verunreinigte Luft permanent an, filtern die Schwebstoffe heraus und geben die gesäuberte Luft wieder ab.

Wichtig ist jedoch, einen geeigneten Luftreiniger gegen Staub auszuwählen: Er sollte unbedingt mit einem HEPA-Filter ausgestattet sein, damit er auch kleinste Staubpartikel, Milbenkot und andere Allergene aus der Luft filtern kann. Ein geeigneter Luftreiniger kann auf jeden Fall dabei helfen, die Symptome Ihrer Hausstauballergie zu lindern. Allerdings entfernt er eben nur die Allergene, die frei in der Luft herumfliegen. Er ist daher nicht als alleinige Maßnahme gegen die Beschwerden der Hausstauballergie geeignet, sondern vielmehr als Ergänzung.

Wenn Sie gerade nachts und morgens nach dem Aufstehen unter den Symptomen der Allergie leiden, sollten Sie darauf verzichten, Pflanzen im Schlafzimmer aufzustellen. Sie sind zum einen Staubfänger und erhöhen zum anderen die Schimmelpilzbelastung. Zudem treiben sie die Luftfeuchtigkeit in die Höhe. All das führt dazu, dass sich Milben in Ihrem Schlafzimmer noch wohler fühlen und sich Ihre Beschwerden verschlimmern.

Leider fühlen sich Milben auch in Kleidung wohl. Das effektivste Mittel, um sie dort loszuwerden, besteht darin, die Kleidungsstücke regelmäßig zu waschen – am besten bei mindestens 60 Grad Celsius. Das ist aber leider nicht bei allen Textilien möglich. Um die Milben auch bei niedrigeren Temperaturen abzutöten, sollten Sie der Wäsche akarizide Substanzen wie zum Beispiel Benzylbenzoat oder ätherische Öle hinzufügen.

Wenn Sie auf Benzylbenzoat verzichten möchten, eignet sich zum Beispiel ätherisches Teebaumöl. Aber auch Lavendelöl hat eine gute Wirkung gegen Hausstaubmilben und bringt Ihre Wäsche außerdem zum Duften.


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