Rauchgeruch verschwindet erst, wenn ihr die Quellen beseitigt statt sie zu überdecken: gründlich querlüften, Textilien bei 60 Grad waschen und Oberflächen mit Essigwasser abwischen. Gegen schwebende Partikel und Geruchsmoleküle hilft ein Luftreiniger mit Aktivkohlefilter. Raumsprays übertünchen den Geruch nur.
Zigarettenrauch setzt sich hartnäckig fest. Er hängt nicht nur in der Luft, sondern lagert sich an Wänden, Möbeln und Textilien ab. Mit der richtigen Reihenfolge bekommt ihr ihn trotzdem in den Griff. Hier lest ihr, was wirklich funktioniert.
Warum Rauchgeruch so hartnäckig ist
Rauchgeruch besteht aus zwei Bestandteilen: festen Partikeln und gasförmigen Stoffen. Die Partikel sind winzige Schwebeteilchen, die sich auf Oberflächen absetzen. Die Gase, dazu gehören flüchtige organische Verbindungen (VOC), dringen in Textilien und Tapeten ein. Beide zusammen ergeben den typischen Geruch von kaltem Rauch.
Genau diese Ablagerungen sind mehr als ein Geruchsproblem. Die Wissenschaft nennt sie third-hand smoke, also Rauch aus dritter Hand. Laut ÖKO-TEST belegen Studien, dass auch abgestandener Zigarettenrauch und seine Rückstände die Gesundheit gefährden. Tabakrauch enthält über 90 krebserregende Stoffe. Das Ziel ist deshalb nicht, den Geruch zu überdecken, sondern ihn an der Wurzel zu beseitigen.
Sofort lüften: richtig statt nur kippen
Der erste Schritt ist immer das Lüften. Ein gekipptes Fenster reicht nicht, dadurch entsteht zu wenig Luftaustausch. Wirksam ist das Querlüften: Öffnet gegenüberliegende Fenster vollständig, sodass die Luft komplett durchzieht. Schon nach wenigen Minuten ist die Raumluft ausgetauscht.
Wer regelmäßig in einem Zimmer raucht, sollte dort mindestens dreimal täglich stoßlüften. Am besten lüftet ihr schon währenddessen, damit sich möglichst wenig Rauch in Textilien und Möbeln festsetzt.
Geruchsquellen beseitigen
Damit kein neuer Geruch nachkommt, müssen alle Quellen weg. Leert und spült Aschenbecher sofort aus und bringt Zigarettenreste direkt zur Mülltonne. Schnuppert anschließend an Textilien: Gardinen, Tischdecken, Kissenbezüge und Kleidung wandern bei Rauchgeruch in die Waschmaschine, möglichst bei 60 Grad.
Glatte Flächen wie Möbel, Fensterbänke und Fenster wischt ihr feucht ab. Lauwarmes Essigwasser eignet sich besonders gut, denn Essigsäure neutralisiert viele Geruchsstoffe. Teppiche und größere Polstermöbel lassen sich mit einem Dampfreiniger behandeln. Das gründliche Saugen mit einem Gerät, das einen Feinstaubfilter hat, holt zusätzlich festgesetzte Partikel heraus.
Hausmittel gegen Rauchgeruch
Sind die Quellen beseitigt, helfen einige Hausmittel gegen den Restgeruch. Sie binden Gerüche, statt sie zu überdecken:
- Essig: Einige Tropfen mit 300 Millilitern Wasser kurz aufkochen und die Schüssel in den Raum stellen.
- Kaffee: Drei bis vier Esslöffel gemahlenen Kaffee in eine Schale geben. Das Pulver bindet Gerüche gut und duftet selbst angenehm.
- Zitrone: Halbierte Zitronen mit kochendem Wasser übergießen und aufstellen, der frische Duft überlagert den Rauch.
- Natron: Auf Teppiche und Polster streuen, einige Stunden einwirken lassen und absaugen.
Diese Mittel sind günstig und schnell zur Hand. Bei stark verrauchten Räumen ersetzen sie das Lüften und Reinigen aber nicht.
Warum Raumsprays nur überdecken
Im Handel gibt es viele Raumsprays, Duftkerzen und Duftstäbchen gegen Rauchgeruch. Sie haben einen Haken: Sie überdecken den Geruch nur kurzfristig, die Schadstoffe bleiben im Raum. Sobald der Duft verflogen ist, kommt der Rauchgeruch zurück.
Hinzu kommt ein gesundheitlicher Punkt. Laut Umweltbundesamt können einige Duftstoffe Allergien auslösen, etwa Citral oder Linalool. Hersteller müssen nicht alle Inhaltsstoffe einzeln aufführen. Das Beseitigen der Geruchsquellen sollte deshalb immer Vorrang haben vor dem Überdecken.
Luftreiniger gegen Rauch: Aktivkohle ist Pflicht
Ein Luftreiniger ist die wirksamste technische Hilfe gegen Rauch in der Luft, aber nur mit dem richtigen Filtersystem. Entscheidend ist die Aktivkohle. Der HEPA-Filter fängt die festen Rauchpartikel, die Aktivkohle bindet die gasförmigen Geruchsmoleküle und VOC. Ein reiner HEPA-Luftreiniger ohne Aktivkohle reduziert den Geruch kaum.
Ehrlich bleibt aber: Ein Luftreiniger reinigt die Luft, nicht die Wände. Ablagerungen, die sich tief in Tapeten und Möbeln festgesetzt haben, erreicht er nicht. Er ist deshalb die ideale Ergänzung zu Lüften und Reinigen, besonders in Haushalten, in denen weiter geraucht wird. Welche Geräte sich eignen, zeigen wir unter Luftreiniger gegen Zigarettenrauch. Worauf es beim Geruchsfilter ankommt, erklärt der Ratgeber zu Luftreinigern mit Aktivkohlefilter.
Mehr zu Schadstoffen und Gerüchen in der Raumluft findet ihr unter Gerüche und Luftverschmutzungen. Wenn euch vor allem Essens- und Bratengerüche stören, helfen die Tipps gegen Küchengerüche.