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Die optimale Raumfeuchte: 10 Tipps gegen trockene Luft

In den Wintermonaten leiden viele Menschen unter trockenen Schleimhäuten. Das liegt daran, dass die Luft durch das häufige Heizen einfach viel trockener ist als in der warmen Jahreszeit. Ein gutes Raumklima, das eine optimale Raumluftfeuchte hat, schont Eure Schleimhäute und beugt Allergien und Erkältungen vor. Doch warum ist die Raumluft gerade im Winter überhaupt so trocken? Wie lässt sich die Raumluftfeuchte messen? Und was könnt Ihr bei trockener Luft tun, um die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen?

Im folgenden Artikel erhaltet Ihr Antworten auf alle wichtigen Fragen zum Thema trockene Luft im eigenen Zuhause.

Hygrometer - Rauchfeuchte

Wie entsteht trockene Luft?

Wenn Ihr im Winter das Fenster öffnet, um die Außenluft hinein zu lassen, dann das Fenster schließt und die Heizung aufdreht, wird sich die Luft schnell erwärmen. Gleichzeitig werdet Ihr merken, dass sich die Luft immer trockener anfühlt.

  • Das Wasser geht zwar nicht verloren, aber warme Luft kann deutlich mehr Wasser aufnehmen als kalte. Dadurch verdampft die Feuchtigkeit auch schneller. Infolgedessen merkt Ihr, dass Mund und Nase sich trocken anfühlen.
  • Das ständige Heizen auf kuschelig warme Temperaturen im Winter ist also der Übeltäter dafür, dass die Luft in dieser Jahreszeit in unseren eigenen vier Wänden so trocken ist.

Warum ist trockene Luft ein Problem für die Atemwege?

Eine niedrige Luftfeuchtigkeit führt zu Atembeschwerden, weil die Schleimhäute austrocknen. Diese trockenen Schleimhäute sind zudem auch noch viel anfälliger für Allergene. Allergiker kommen mit feuchter Luft daher viel besser zurecht als mit trockener Luft. Darüber hinaus erhöht sich das Risiko für Nasenbluten, wenn die Schleimhäute trocken sind.

Übrigens: Auch Grippeviren können in trockener Luft länger überleben. Dementsprechend steigt bei einer geringen Raumluftfeuchte das Risiko für grippale Infekte. Selbst die Haut leidet unter der Trockenheit, weil sie eher zu Entzündungen, Rötungen und Reizungen neigt.

Wie misst man die Raumluftfeuchte?

All das spricht also dafür, die Luftfeuchtigkeit im eigenen Zuhause im Winter gezielt zu erhöhen. Aber Vorsicht: Eine zu hohe Luftfeuchtigkeit ist auch nicht empfehlenswert, denn sie erhöht das Risiko für Schimmel. Die Feuchtigkeit aus der Luft schlägt sich dann nämlich an den kalten Stellen der Wände nieder, wodurch ein guter Nährboden für Schimmelsporen entsteht.

Deshalb solltet Ihr die Luftfeuchtigkeit im Raum messen, wenn Ihr unsicher seid, ob die Luft bei euch zu Hause wirklich zu trocken ist oder nicht. Dafür könnt Ihr ein Messinstrument nutzen, das sich Hygrometer nennt. Es ist für ein paar Euro im Einzelhandel erhältlich und zeigt die aktuelle Luftfeuchtigkeit im Raum in Prozent an.

Wie hoch sollte die Feuchtigkeit sein?

Ihr habt eine gute Luftfeuchtigkeit in Eurem Raum, wenn das Hygrometer einen Wert von mindestens 40 Prozent anzeigt. Allerdings darf die Luftfeuchtigkeit eben auch nicht weit über die 60-Prozent-Marke klettern, da andernfalls die Gefahr für Schimmel steigt.

Überprüft mit dem Hygrometer also immer, ob die Raumluftfeuchte zwischen 40 und 60 Prozent liegt und ergreift entsprechende Gegenmaßnahmen, wenn das nicht der Fall sein sollte.

Luftfeuchtigkeit im Raum erhöhen: 10 Tipps

Ihr habt mit dem Hygrometer festgestellt, dass Eure Raumluftfeuchte unter 40 Prozent liegt und möchtet nun gezielt die Luftfeuchtigkeit im Raum erhöhen? Solange Ihr nicht unter der Luftfeuchtigkeit leidet, müsst Ihr nicht gleich in Panik verfallen. Wenn Ihr jedoch häufig husten müsst oder sich an der Nasenschleimhaut sogenannte Borken – also gelbgrüne bis schwarze Verkrustungen – bilden, dann besteht Handlungsbedarf. Zum Glück gibt es verschiedene, einfache Möglichkeiten, um die Luftfeuchtigkeit in Räumen zu erhöhen. Die beliebtesten davon stellen wir Euch in den folgenden Abschnitten vor.

Ein bewährtes Hilfsmittel gegen trockene Luft im Schlafzimmer und anderen Räumen mit niedriger Luftfeuchtigkeit besteht darin, Zimmerpflanzen aufzustellen. Sie dünsten – genau wie wir Menschen – Feuchtigkeit aus. Aber Vorsicht: Die feuchte Blumenerde stellt einen guten Nährboden für Pilze dar. Deshalb solltet Ihr gut darauf achten, das Erdreich nicht zu feucht zu halten, damit Ihr nicht versehentlich die Schadstoffbelastung in Euren eigenen vier Wänden erhöht.

Im Handel gibt es elektrisch betriebene Befeuchtungsgeräte, die mit Zerstäubern oder Verneblern dazu beitragen, die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen. Achtet darauf, solche Geräte regelmäßig zu reinigen, damit sich darin weder Bakterien noch Pilze ansiedeln können.

Luftwäscher sind ebenfalls gut geeignet, um die Luft zu befeuchten. Sie saugen die Luft in einen Tank ein, in dem sich rotierende Plattenstapel befinden, die zur Hälfte aus dem Wasser ragen.

  • Diese werden als Tauscherflächen bezeichnet, wo es wegen der Kaltverdunstung zu einer Befeuchtung der Luft kommt. Diese feuchtere Luft wird dann an den Raum wieder abgegeben, wodurch sich das Raumklima verbessert.
  • Verdampfer hingegen erhitzen das Wasser so stark, dass es siedet. Der Dampf erhöht dann die Luftfeuchtigkeit im Raum. Durch die Erhitzung werden alle Keime abgetötet, weshalb Verdampfer als sehr hygienisch gelten. Allerdings brauchen sie auch extrem viel Strom, um ihre Arbeit zu verrichten.

Regelmäßiges Lüften ist wichtig, um die trockene Luft nach draußen zu befördern und sich frische, feuchtere Luft in den Raum zu holen. Allerdings solltet Ihr dafür nicht permanent das Fenster kippen. Gerade dann bilden sich nämlich kalte Stellen rund um die Fenster, wo sich Feuchtigkeit niederlässt und später Schimmel bildet. Besser ist es daher, mindestens zweimal am Tag alle Fenster komplett zu öffnen und für fünf Minuten stoßzulüften.

Eine preiswerte, aber effektive Methode, um die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen, ist es, einfach eine Wasserschale auf die laufende Heizung zu stellen. So verdunstet das Wasser gleichmäßig und verteilt sich in der Raumluft. Wechselt das Wasser aber regelmäßig, um Bakterien und Pilzen keine Chance zu geben.

Wenn Ihr gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen möchtet, stellt Ihr keine Wasserschale auf die Heizung, sondern trocknet einfach Eure feuchte Wäsche direkt auf der warmen Heizung. Wischtücher und Handtücher eignen sich dafür hervorragend. Hängt sie erst zum Antrocknen eine Weile auf einen Wäscheständer und trocknet die nebelfeuchten Wäschestücke dann zum Schluss auf der Heizung, bis sie schließlich komplett trocken sind.

Aber Achtung: Es besteht auch Überhitzungsgefahr, das kann im schlimmsten Fall zu einem Brand führen. Zudem verträgt nicht jede Wäsche eine sehr hohe Oberflächentemperatur. Passt daher bitte auf.

Keinesfalls solltet Ihr Eure Wohnung überheizen. Je höher die Raumtemperatur klettert, desto trockener wird auch die Luft. Heizt daher stets angemessen und versucht, eine Raumtemperatur von 22 bis 24 Grad Celsius einzuhalten.

Im Badezimmer klettert die Luftfeuchtigkeit natürlich extrem empor, wenn Ihr ein Bad oder eine Dusche nehmt. Öffnet danach kurz das Fenster bei geschlossener Badezimmertür, damit ein Großteil der feuchten Luft nach draußen entweichen kann. Danach könnt Ihr aber ruhig die Tür zum Rest der Wohnung offen lassen, damit die feuchte Luft sich gleichmäßig überall verteilt und die Luftfeuchtigkeit erhöht.

Darüber hinaus gibt es natürlich noch viele weitere Hilfsmittel, mit denen Ihr die Luftfeuchtigkeit in Eurem Zuhause erhöhen könnt. Dazu gehören:

  • Aquarien aufstellen
  • In der Küche kochen, backen und braten
  • Einen Zimmerbrunnen aufstellen
  • Wäsche im Raum trocknen

Wichtig ist bei all diesen Maßnahmen, dass Ihr es nicht übertreibt. Behaltet die Luftfeuchtigkeit gut im Auge, damit sie nicht zu hoch wird, denn sonst droht Schimmelgefahr!

In einigen Situationen könnt Ihr selbst nichts gegen die trockene Luft unternehmen, etwa wenn Ihr zu Gast bei Freunden seid oder Euch in einem Flugzeug befindet. Dann gilt die Devise: Trinken, trinken, trinken! Die Getränke helfen dabei, Flüssigkeitsverluste der Schleimhäute und der Haut von innen heraus auszugleichen.


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