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Raumluft testen & verbessern: Hintergründe & 11 Effektive Tipps

Laut den Angaben des Umweltbundesamts verbringen wir 80 bis 90 Prozent unserer Zeit in Innenräumen. Umso wichtiger ist es für unsere Gesundheit, die Schlafqualität und das allgemeine Wohlbefinden, dass die Raumluft möglichst frei von Schadstoffen ist. Allerdings ist das nur selten der Fall, denn auch in der Luft in Räumen gibt es zahlreiche Schadstoffe, die eingeatmet werden und zu Gesundheitsproblem führen können. Regelmäßiges Lüften kann die Schadstoffe zwar aus dem Raum befördern, allerdings reicht das nicht in allen Fällen aus.

Wir erklären Euch, welche Schadstoffe es in Innenräumen gibt, wie sie überhaupt in die Luft gelangen, welche Auswirkungen sie auf Eure Gesundheit haben und was Ihr dagegen unternehmen könnt.

Raumluft verbessern

Schadstoffe in der Raumluft & zugehörige Ursachen

Zu den häufigsten Schadstoffen in Innenräumen gehören:

Schimmel entsteht heutzutage in vielen Bauwerken, weil moderne Fenster sehr dicht sind. Wenn jedoch nicht gleichzeitig die Wanddämmung von außen verbessert wird, kommt es zu kühlen Wänden. Dann schlägt sich die Feuchtigkeit, die in der Raumluft enthalten ist, an den Wänden nieder. Dies ist der perfekte Nährboden für Schimmel.

Flüchtige organische Verbindungen (VOC) sind heutzutage fast überall enthalten. Sie kommen in Möbeln, Panelböden, Baumaterial, Reinigungsmitteln, Raumfarben, Klebern und Lösemitteln vor. Die Stoffe werden dann an den Wohnraum abgegeben. Je höher die Konzentration der VOC ist und je länger sie auf Euren Körper einwirken, desto gefährlicher sind sie für Eure Gesundheit. Nach einigen Wochen bis Monaten sind VOC aber in der Regel ausgegast.

Das ist bei den schwerflüchtigen Verbindungen (SVOC) anders. Sie kommen als Weichmacher in vielen Kunststoffen sowie als Lösemittelersatz in Farben vor. Die SVOC gasen sehr viel langsamer aus. Oft dauert dieser Prozess Jahre. Einige Verbindungen sollen das Risiko für Frühgeburten erhöhen und zu Unfruchtbarkeit führen.

Feinstaub belastet die Raumluft ebenfalls. Diese Partikel sind kleiner als ein hundertstel Millimeter. In die Raumluft gelangen sie beim Lüften mit der belasteten Außenluft. Aber auch die Dämpfe, die bei der Zubereitung von Speisen auf dem Herd und im Ofen entstehen, Zigarettenqualm, Kerzen, Laserdrucker, Kamine und Öfen erhöhen die Feinstaubkonzentration in der Raumluft.

Wenn Ihr herausfinden möchtet, wie stark Eure Luft mit Schadstoffen belastet ist, könnt ihr Eure Raumluft testen. Dafür findet Ihr im Internet oder in der Apotheke verschiedene Tests, die Aussagen darüber treffen, ob die Schadstoffbelastung bei Euch zu Hause gering oder hoch ist. Genauere Ergebnisse erhaltet Ihr, wenn Ihr ein Labor beauftragt.

Für wen sind die Schadstoffe eine Gefahr oder Belastung?

Die Schadstoffe der Raumluft belasten vor allem die Menschen, die sie einatmen. Allergiker leiden oftmals besonders unter stark belasteter Raumluft. Aber auch für Tiere stellen sie eine Gefahr dar.

  • Die verunreinigte Innenraumluft kann zu Kopfschmerzen, grippeähnlichen Symptomen und vielen weiteren Gesundheitsproblemen führen.
  • Sie kann die Beschwerden bereits bestehender Allergien oder Atemwegserkrankungen verschlimmern. Außerdem können die Schadstoffe zu Schwindel, Müdigkeit, Augentrockenheit, Hautirritationen und Depressionen führen.
  • Darüber hinaus stehen die Schadstoffe in der Raumluft im Verdacht, auf lange Sicht das Risiko für schwerwiegende Krankheiten wie Krebs, Unfruchtbarkeit und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu erhöhen.

Bessere Raumluft: 11 Tipps für reine Luft

Um die Gefahr für gesundheitliche Probleme zu minimieren, solltet Ihr aktiv dazu beitragen, die Schadstoffe aus der Raumluft zu entfernen. In den folgenden Abschnitten haben wir ein paar Tipps für Euch zusammengefasst, mit denen Ihr die Raumluft verbessern könnt.

Ein einfacher und effizienter Weg, um die Belastung der Raumluft zu reduzieren, besteht darin, regelmäßig zu lüften. Durch den Luftaustausch reduziert Ihr die Feuchtigkeit in den Innenräumen, wodurch sich die Gefahr für Schimmel verringert. Gleichzeitig werden Schadstoffe nach draußen befördert. Am effektivsten ist das Stoßlüften. Dafür öffnet Ihr alle Fenster komplett. Gerade im Winter ist das Lüften wichtig, um Schimmelbildung zu vermeiden, aber auch in den warmen Sommermonaten könnt Ihr durch regelmäßiges Lüften die Schadstoffbelastung minimieren.

Zimmerpflanzen sind natürliche Raumluftreiniger. Sie nehmen Kohlenstoffdioxid aus der Raumluft auf und wandeln ihn in Sauerstoff um. Darüber hinaus können sie auch Stickstoff aus der Luft filtern. Die Raumluft wird daher reiner. Zu den Pflanzen, die die Luft in Innenräumen am besten reinigen, gehören unter anderem:

  • Bogenhanf
  • Efeu
  • Dieffenbachie
  • Einblatt
  • Kentia-Palme

Achtet aber darauf, dass sich auf der Erde der Zimmerpflanzen kein Schimmel bildet. Diese Schimmelsporen könnten die Luft nämlich wiederum belasten. Haltet die Erde daher keinesfalls zu feucht.

Luftreiniger und Luftwäscher sind ebenfalls ein effektives Mittel, um die Raumluft von Schadstoffen zu befreien.

  • Moderne, leistungsstarke Luftreiniger sind in der Lage, gesundheitsschädliche Stoffe aus der Luft zu filtern. Dafür saugen sie permanent die Raumluft an, filtern je nach Modell die Schadstoffe durch verschiedene Methoden heraus und geben anschließend die gereinigte Luft ab.
  • Gerade Allergiker, bei denen sich die Beschwerden durch belastete Luft verschlimmern, sollten die Raumluft reinigen, indem sie einen Luftreiniger oder Luftwäscher verwenden.

Am besten ist es natürlich, die Ursachen, die zu Schadstoffen in der Luft führen, so gut wie möglich zu bekämpfen. Wenn Ihr beispielsweise Schimmel in der Wohnung habt, solltet Ihr einen Fachmann beauftragen, um diesen beseitigen zu lassen. Darüber hinaus empfiehlt es sich, mit Bedacht einzukaufen. Viele Schadstoffe holt Ihr Euch beim Kauf von Baumaterialien, Möbeln, Bodenbelägen oder Klebstoffen selber in die Wohnung. Entscheidet Euch ganz gezielt für Artikel mit einem Prüfzeichen, das nur an schadstoffarme Produkte vergeben wird. Dazu gehören zum Beispiel der Blaue Engel und das GUT-Label.

Wenn Ihr Raucher seid, legen wir Euch wärmstens ans Herz, nur draußen zu rauchen, um die Luftbelastung gering zu halten. Auch beim Rauchen am geöffneten Fenster ziehen die schädlichen Dämpfe in den Raum und setzen sich dort ab. Versucht sonst den Zigarettenrauch in einem Zimmer zu belassen und dort häufig zu lüften.

Da Haustiere ebenfalls dazu beitragen, die Feinstaubkonzentration in den Räumen zu erhöhen, sollten Allergiker im Idealfall komplett auf die Haltung von Haustieren verzichten oder sich auf Tierarten beschränken, die sich gut im Freien halten lassen, wie etwa Kaninchen oder Wellensittiche. Wer nicht auf Haustiere wie Katzen und Hunde verzichten möchte, sollte besonders reinlich sein und die Plätze, wo sich die Tiere gerne aufhalten, mehrmals täglich gründlich absaugen.

Elektrosmog könnt Ihr vermeiden, indem Ihr elektrische Geräte nur einsetzt, wenn Ihr sie wirklich benötigt. Im Schlafzimmer sollten gar keine Elektrogeräte verwendet werden, damit eine gute Schlafqualität gewährleistet ist.

In Teppichböden setzt sich der Staub aus der Luft fest. Er bleibt an den Fasern haften und kann dort bequem abgesaugt werden. Gerade Allergiker sollten daher auf Teppichböden setzen, um ein gesundes Raumklima zu schaffen.

Zum Staubsaugen solltet Ihr einen Staubsauger oder Saugroboter wählen, der speziell für Allergiker geeignet ist. Er muss über einen HEPA-Filter verfügen, weil nur ein solcher garantiert, dass die Schadstoffe im Gerät bleiben und nicht einfach wieder an die Raumluft abgegeben werden.

Falls Ihr keine Teppichböden in der Wohnung habt, sondern hauptsächlich Hartböden, solltet Ihr diese noch häufiger absaugen als Teppiche. Auch dort setzen sich nämlich größere Staubpartikel ab, die wieder in die Raumluft gelangen können, wenn Ihr nicht entsprechend oft staubsaugt. Zusätzlich müssen Hartböden regelmäßig gewischt werden, um Schadstoffe effektiv zu entfernen.

Wenn Ihr Eure Wohnung säubert, achtet auf die Wahl der richtigen Reinigungsmittel. Viele von ihnen enthalten schädliche Chemikalien und ätherische Öle. Setzt auf ökologische Naturprodukte oder reinigt Eure Wohnung mit Hausmitteln wie Zitronensaft, Essig, Natron oder Backpulver.


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