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Sick-Building-Syndrom: Ursachen, Symptome & Hilfestellungen

Seit ein paar Jahren gibt es in Arztpraxen immer mehr Menschen, die mit unspezifischen Überempfindlichkeiten zu kämpfen haben, welche für die Ärzte nur schwer zu erfassen sind. Die Symptome, die sie zeigen, sind oftmals recht unterschiedlich und lassen sich weder zu allergischen noch zu pseudoallergischen Auslösern zuordnen. Viele Patienten haben schon einen langen Leidensweg hinter sich und zahlreiche Fachärzte, Umweltberater und Heilpraktiker erfolglos aufgesucht. Sie leiden an dem sogenannten Sick-Building-Syndrom, das auch als Gebäudekrankheit bekannt ist. Die Symptome und Krankheitsanzeichen, die die Betroffenen zeigen, scheinen damit verbunden zu sein, dass sie sich zu lange in einem bestimmten Gebäude aufhalten. Mitunter leiden sie auch unter Beschwerden, die durch eine zu trockene Luft oder durch Schadstoffe in der Raumluft verursacht werden. Oft können aber keine spezifischen Ursachen ermittelt werden.

Wir verraten Euch hier alles Wichtige über das Sick-Building-Syndrom (SBS) und erläutern, wie Luftreiniger bei diesem Krankheitsbild helfen können.

Sick Building Syndrom

Was ist das Sick-Building-Syndrome?

Die internationale Konvention (WHO 1982, MULHAAVE 1989) spricht von einem Sick-Building-Syndrome…

…wenn bei über zehn bis 20 Prozent der Bewohner oder Beschäftigten in einem Gebäude unspezifische Symptome auftreten. Die akuten Beschwerden müssen dabei nach dem Verlassen des Gebäudes schnell wieder nachlassen.

In den meisten Fällen ist es jedoch nicht möglich, die Ursachen des SBS eindeutig zu bestimmen.

Symptome des Sick-Building-Syndroms

Ein allgemeiner Verlauf kann beim SBS nicht vorausgesagt werden, weil die Symptome sehr von der jeweiligen Ursache abhängen. Auch der allgemeine Gesundheitszustand der Patienten beeinflusst, wie stark sich die Symptome des Syndroms äußern. Die Sick-Building-Syndrom Symptome können daher sehr unterschiedlich und subjektiv sein. Viele Patienten schildern Symptome, die sich nicht genau eingrenzen lassen.

  • Sie klagen über ständige und anhaltende Müdigkeit, starke Erschöpfung, häufige Kopfschmerzen und Schwindelanfälle. Auch Haut- und Schleimhauterkrankungen kommen oft vor. Bei leichten Verläufen wird oft über allgemeines Unwohlsein, Schlaflosigkeit und Mattigkeit berichtet. Probleme beim Atmen und Übelkeit treten ebenfalls auf.
  • Mitunter haben die Betroffenen sogar mit Gedächtnisstörungen, einer starken Reizbarkeit und depressiven Verstimmungen zu kämpfen. Das SBS kann sogar zu Allergien, einer Beeinträchtigung des Immunsystems, Störungen der Leber- und Nierenfunktion sowie Augen- und Atemwegreizungen führen und somit das tägliche Leben erheblich einschränken.
  • Häufig ist die Lebensqualität der Betroffenen deutlich vermindert. Wenn das Sick-Building-Syndrom durch eine hohe Schadstoffbelastung im Raum verursacht wird, droht im schlimmsten Fall sogar eine Krebserkrankung, da viele Schadstoffe in der Raumluft als krebserregend bewertet werden.

Besonders gravierend kann das Sick-Building-Syndrom bei Kindern sein. Dann beeinträchtigt es die Entwicklung und kann diese verzögern. Nicht selten leiden betroffene Kinder unter schulischen Problemen, weil sie sich nicht richtig konzentrieren können oder sich einfach unwohl fühlen. Wird die Ursache des Syndroms nicht gefunden und bekämpft, werden sich die Beschwerden in den allermeisten Fällen weiter verstärken – sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen. Ob das SBS die Lebenserwartung der Betroffenen verkürzt, ist unter Experten aber bisher noch nicht abschließend geklärt.

Ursachen des Sick-Building-Syndroms

Als eine der häufigsten Sick-Building-Syndrom Ursachen gelten sogenannte Wohngifte, also Schadstoffe, die in der Innenraumluft enthalten sind.

  • Dazu zählen insbesondere die giftigen Ausdünstungen, also flüchtige organische Verbindungen, die durch verschiedene Objekte freigesetzt werden können.
  • Häufige Quellen für solche Schadstoffe sind Gifte aus neuen Möbeln durch Farben, Anstriche und Lacke, aber auch Teppich- oder Bodenkleber. Zudem können Mineralstoffe in Dämmmaterialien, Reinigungsmitteln und Produkten zur Schädlingsbekämpfung Giftstoffe enthalten, die dann nach und nach in die Raumluft abgegeben und zum Sick-Building-Syndrome führen können.
  • Keime, Pilzsporen, Gerüche, Schadstoffe und Pollen können aber auch durch Klimaanlagen oder Umluft-Systeme, die nicht oder nicht ausreichend gewartet werden, in die Raumluft eines Gebäudes gelangen. Selbst Tabakrauch spielt für die Entwicklung des SBS eine Rolle.
  • Besonders hoch ist die Gefahr in alten Gebäuden, in denen noch Materialien und Stoffe verbaut wurden, die heute nicht mehr verwendet werden dürfen. Aber auch nach Sanierungen und Modernisierungen tritt das SBS gehäuft auf, weil es dann durch die verwendeten Kleber, Lacke und Materialien zu einer erhöhten Belastung kommen kann.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Für Ärzte ist es eine große Herausforderung, die Sick-Building-Syndrom Diagnose zu stellen. Es ist eine ausführliche Ursachenforschung notwendig, die am besten durch Umweltmediziner erfolgen sollte. Nur so lässt sich feststellen, ob lediglich einzelne Personen oder Gruppen mehrerer Menschen betroffen sind.

  1. Die Patienten müssen befragt werden, welche Beschwerden sie wo und wann haben, bei welchen Tätigkeiten sie auftreten und ob in der letzten Zeit die Arbeitsplatzbedingungen verändert wurden.
  2. Wenn sich der Verdacht erhärtet, dass ein ungünstiges Raumklima oder Schadstoffe durch chemische Ausdunstungen für die Symptome verantwortlich sein könnten, müssen Raummessungen durchgeführt werden. Auch Klimaanlagen sollten in diesem Zusammenhang überprüft werden.
  3. Wichtig ist, die Beschwerden ernst zu nehmen, denn bei einer anhaltenden Belastung werden andernfalls häufige Krankmeldungen folgen. Eine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit kann ebenfalls nicht ausgeschlossen werden.

Welche Möglichkeiten gibt es, um der Erkrankung vorzubeugen?

Im Idealfall sollten Maßnahmen ergriffen werden, um dem Syndrom vorzubeugen, damit gar nicht erst Symptome auftreten. Für eine erfolgreiche Sick-Building-Syndrom-Prävention ist es wichtig, schon beim Neubau, bei einer Sanierung und auch bei jeder Renovierung immer darauf zu achten, dass nur schadstoffarme Stoffe, Materialien und Raumausstattungen eingesetzt werden. Wenn es dafür bereits zu spät ist, gibt es einige Maßnahmen, mit der sich zumindest die Raumqualität gezielt verbessern lässt.

Zur stetige Aufrechterhaltung einer guten Luftqualität, können diese Maßnahmen beitragen:

  • Regelmäßiges Lüften – am besten Stoßlüften für fünf Minuten mehrmals täglich
  • Zimmerpflanzen – sie wirken wie natürliche Luftreiniger und verbessern das Wohlbefinden
  • Luftreiniger, Ionisatoren und Luftwäscher – Sie filtern Schadstoffe gezielt aus der Luft

Eventuell wird es auch notwendig sein, neue Büromöbel anzuschaffen und beim Kauf bewusst auf die Schadstoffbelastung zu achten. Anstelle von Laserdruckern können Tintenstrahldrucker eingesetzt werden, da erstere zur Erhöhung der Feinstaubbelastung in der Raumluft beitragen.

Wie wird das Sick-Building-Syndrom behandelt?

Die Sick-Building-Syndrom Behandlung gestaltet sich sehr schwierig, weil sich das SBS nur schwer und in vielen Fällen auch nicht eindeutig diagnostizieren lässt. Eine einheitliche Therapie existiert nicht. Stattdessen muss die Behandlung nach den individuellen Voraussetzungen und Beschwerden ausgerichtet werden. Die Hauptpfeiler der Therapie basieren auf der Ursachenbeseitigung und der Symptom-Linderung.

  • Falls also das Raumklima als Ursache in Betracht gezogen wird, sollten hochwertige Luftreiniger eingesetzt werden. Sie entfernen die gefährlichen Schadstoffe aus der Luft. Außerdem ist es wichtig, alle Mitarbeiter oder Bewohner des betroffenen Gebäudes zum regelmäßigen Lüften und fachgerechten Heizen aufzurufen. Das gilt insbesondere dann, wenn es nicht möglich ist, klare Ursachen für das SBS zu finden. Statt die Fenster permanent zu kippen, sollte mehrmals täglich stoßgelüftet werden.
  • Auch Zimmerpflanzen wie Dieffenbachie und Farne können Schadstoffe aus der Luft filtern und die Luftfeuchtigkeit erhöhen. Sofern schädliche Materialien gefunden werden können, sollten diese möglichst ausgetauscht werden.
  • Oft ist daher auch eine Sanierung der Räume erforderlich. Dabei muss die Schadstofffreiheit aller verwendeten Materialien ganz besonders im Auge behalten werden.
  • Auch eine optimierte Wartung eventueller Klimaanlagen und Lüftungssysteme kann ein Bestandteil der Behandlung sein.

Darüber hinaus können Ärzte Medikamente verschreiben, die die Symptome lindern, bis die Ursache aus der Welt geschafft werden konnte.

  • Schmerzmittel, Nasensprays, Schleimlöser, Antidepressiva und Antiallergika werden beispielsweise häufig zur Behandlung der SBS-Symptome eingesetzt.
  • Auch Salben gegen Juckreiz, Ekzeme oder gereizte Augen werden mitunter verschrieben. Zusätzlich können Mittel gegeben werden, die das Immunsystem stärken.

Fakt ist aber: Ohne die Ursache zu beheben, werden die Beschwerden nicht verschwinden. Wenn keine Ursache gefunden werden kann und die oben genannten Maßnahmen nicht dazu beitragen, die Symptome zu lindern, sollten Betroffene daher darüber nachdenken, den Arbeitsplatz zu wechseln oder sich eine neue Wohnung zu suchen. Oft ist das der schnellste und effektivste Weg, um die Beschwerden des SBS loszuwerden.


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