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Zahlt die Krankenkasse Luftreiniger bei Allergie & Co?

Unsere Raumluft kann mit den unterschiedlichsten schädlichsten Stoffen belastet sein: Schimmelsporen, Feinstaub, Pollen oder Milbenrückstände. Und insbesondere bei Allergikern führt dies zu Schlafproblemen und allergischen Reaktionen. Die Lösung ist naheliegend – ein Luftreiniger muss her. Aber leider sind diese Geräte nicht ganz günstig in der Anschaffung.

Lesen Sie, ob Ihre Krankenkasse Ihnen einen Teil der Anschaffungskosten oder sogar den Gesamtkaufbetrag für den Luftreiniger rückerstattet.

Luftreiniger Krankenkasse
Zahlt die Krankenkasse Luftreiniger? Wir klären auf!

Zahlt Krankenkasse Luftreiniger?

Obwohl ein guter Luftreiniger die Raumluft von bis zu 99 Prozent aller Schadstoffe befreien kann, werden die Anschaffungskosten in der Regel nicht von der Krankenkasse übernommen.

Der Grund: Ein Luftreiniger wird zumeist als Gebrauchsgegenstand und nicht als medizinisch notwendige Sache angesehen. Allerdings sind auch schon Fälle vor dem Bundessozialgericht gelandet, in welchen der Kläger Recht bekam.

Tipps: (1) Notwendigkeit herausstellen: Wenn beispielsweise ein gesetzlich Versicherter nur mit Hilfe eines Luftreinigers zu einer ausreichenden Nachtruhe kommt, werden die Kosten für solch ein Gerät unter Umständen von der Krankenkasse übernommen. (2) Vor dem Kauf abklären: Natürlich sollten Sie die Kostenübernahme vor dem Kauf mit Ihrer Krankenkasse abklären. Ist das Gerät bereits gekauft und Sie beantragen erst im Nachhinein eine Übernahme der Kosten, haben Sie nur wenig Chancen auf Erfolg.

Kassenleistung nur wenn es kein Gebrauchsgegenstand ist

Interessant für Sie als Allergiker ist sicher das Urteil 3 RK 16/95 des Bundessozialgerichtes:

  • Eine Allergikerin gab an, nur mit Hilfe eines Luftreinigers zu ihrer wohlverdienten Nachtruhe zu kommen. In diesem Fall war das Urteil eindeutig: Der Luftreiniger war nicht länger nur ein Gebrauchsgegenstand, sondern zwingend erforderlich.
  • Die Krankenkasse musste demzufolge die Anschaffungskosten übernehmen.

Grundsätzlich wird von der Krankenkasse von Fall zu Fall individuell entschieden. Es kann daher hilfreich sein, wenn Sie Ihrer Kasse ein bestimmtes Gerät vorschlagen und anmerken, dass Ihnen dies gegen Ihre Beschwerden gut hilft. In diesem Fall handelt es sich nicht um einen allgemeinen Gebrauchsgegenstand. Wird der Luftreiniger als medizinisch notwendiger Gegenstand gewertet, werden die Kosten entsprechend übernommen.

Die Krankenkasse spricht in diesem Fall von „speziellen Bedürfnisse kranker oder behinderter Menschen„. Auch der Luftreiniger kann also in diese Kategorie fallen, wichtig ist nur, dass Sie die Anschaffung vorher mit Ihrer Kasse absprechen und nicht eigenmächtig handeln. Ein Antrag ist also auf jeden Fall (wie bei allen anderen Hilfsmitteln auch) erforderlich. Diese gesetzliche Vorgabe sollten Sie nicht missachten.

Eine klare Rechtsprechung, ob ein Luftreinigungsgerät nun ein medizinisch notwendiges Hilfsmittel ist oder nicht, gibt es übrigens nicht. Auch das Bundessozialgericht hält sich hier eher bedeckt. Letztendlich entscheidet tatsächlich die Krankenkasse individuell von Fall zu Fall. Grundsätzlich werden die Kosten für Luftreiniger nur dann übernommen, wenn es sich um Hilfsmittel im Sinne des § 33 Sozialgesetzbuch V handelt.

Ob es sich bei den Luftreinigern um solche Hilfsmittel handelt, ist unter anderem von der Bauweise und dem Funktionsprinzip abhängig. Immerhin sind auf dem Markt zahlreiche Varianten erhältlich, die sich zum Teil deutlich voneinander unterscheiden.

Welche Leistungen übernimmt Krankenkasse für Allergiker?

Es gibt einige Hilfsmittel, die Ihnen die Krankenkasse in aller Regel übernimmt, wenn bei Ihnen allergische Reaktionen attestiert wurden.

  • Bettwäsche beispielsweise wird bei einer bestehenden Hausstauballergie grundsätzlich übernommen.
  • Gleiches gilt für Inhalatoren und Nasenduschen, die vom Arzt verschrieben werden und Betroffenen augenblicklich Linderung verschaffen.
  • Selbst alternative Heilmethoden werden im Normalfall von der Krankenkasse übernommen. Hierzu zählt beispielsweise die Akupunktur.

Am besten sprechen Sie mit Ihrer Krankenkasse darüber, welche Allergie bei Ihnen festgestellt wurde und welche Leistungen dafür übernommen werden können.

Welche Leistungen werden nicht übernommen, helfen aber?

Allergien zählen zu den häufigsten auftretenden chronischen Erkrankungen. In Deutschland sind etwa 30 Prozent der Bevölkerung von Allergien aller Art betroffen. Gott sei Dank gibt es eine Vielzahl an Hilfsmitteln, welche Allergikern das Leben deutlich erleichtern.

Viele der für Allergiker nützlichen Gegenstände werden jedoch von der Krankenkasse nicht übernommen.

  • Dies betrifft die Luftreiniger ebenso wie Pollenschutznetze und -gitter. Selbstverständlich können Sie auch nach Anschaffung dieser Hilfsmittel bei Ihrer Krankenkasse zwecks Kostenübernahme nachfragen. Wenn überhaupt, wird dann jedoch nur ein Teil der Kosten übernommen. Dennoch sollten Sie auf diese Hilfsmittel nicht verzichten, wenn Sie an einer Allergie leiden. Das Pollenschutzgitter beispielsweise verhindert, dass die Pollen durch das geöffnete Fenster in Ihre Wohnung gelangen. Dieses können Sie auf die gewünschte Größe zurechtschneiden und einfach am Fensterrahmen befestigen.
  • Ebenso sind milbendichte Bezüge für Matratzen und Kopfkissen sehr zu empfehlen.
  • Entscheiden Sie sich unbedingt auch für einen modernen Staubsauger, der bestenfalls mit einem HEPA Filter ausgestattet ist. Filter der Klasse 13 beispielsweise haben eine Filterleistung von 99,95 Prozent. Damit ist die Staubkonzentration im Raum verschwindend gering.

Wie sieht es bei privaten Krankenkassen aus?

Sind Sie privat versichert, stehen Ihre Chancen sehr viel besser, dass diverse Kosten übernommen werden.

Grundsätzlich ist der Kostensatz für privat Versicherte höher als für gesetzlich Versicherte. Voraussetzung ist natürlich, dass Sie bereits privat versichert sind, wenn bei Ihnen eine Allergie festgestellt wird. Allerdings kann auch hier nicht von einem einheitlichen Leistungskatalog gesprochen werden. Die Leistungen beziehungsweise die Zuzahlungsbeträge variieren von Krankenkasse zu Krankenkasse teilweise recht stark.

Wer an Allergien leidet, ist mit einer privaten Krankenversicherung oft besser beraten. Bei gesetzlich Versicherten übernehmen die Krankenkassen zwar die Kosten für die Desensibilisierung und für alle verschreibungspflichtigen Medikamente. Rezeptfreie Medikamente hingegen müssen vom Versicherten selbst bezahlt werden. Nicht so in der privaten Krankenversicherung: Diese übernimmt in aller Regel auch die Kosten für frei verkäufliche Arzneimittel. Gleiches gilt für alternative Behandlungsmethoden bei Allergien wie einer Lichttherapie oder der Akupunktur. Auch der Luftreiniger wird häufig von einer privaten Krankenkasse übernommen.


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