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Luftreinigungsgeräte: Arten, Unterschiede & Tipps zur Auswahl

Statistiken belegen, dass die Luft in Wohnräumen und Büros teilweise stärker mit Schadstoffen belastet ist als die Luft im Freien: Schimmel, Feinstaub, Pollen, Viren und Co. Zudem belastet im Winter eine geringe Luftfeuchtigkeit die Atemwege.

Grund genug also, über den Kauf eines Luftreinigungsgerätes nachzudenken. Gute Modelle befreien die Raumluft nicht nur effektiv von gesundheitsschädlichen Stoffen, sondern beseitigen gleichzeitig unangenehme Gerüche.

Aber welche Arten von Geräten gibt es? Wo liegen die Unterschiede? Und welches eignet sich für welche Anwendung? Wir klären auf:

Welche Arten von Luftreinigungsgeräten gibt es?

Haben Sie sich zum Kauf eines Luftreinigungsgerätes entschieden, stehen Ihnen ganz unterschiedliche Varianten zur Auswahl – manche kombinieren auch mehrere Funktionalitäten:

Ionisatoren

Der Ionisator etwa ist ein elektrisches Gerät, das Ionen (also elektrisch geladenes Teilchen) abgibt und damit zu einer Reinigung der Raumluft beiträgt:

  • Ionen lagern sich an Staubpartikeln/ anderen Partikeln an.
  • Dadurch vergrößern sich die Partikel und sinken zu Boden oder werden vom Ionisator angezogen (und haften an dessen Oberfläche).
  • Es gibt auch Luftreiniger, die eine „Ionen-Funktion“ verbaut haben.
  • Bei vielen Ionisatoren entsteht beim Betrieb Ozon, allerdings in unbedenklichen Mengen (sollten Sie Asthma haben, verzichten Sie besser dennoch auf ein solches Gerät)
  • Achtung: Ionen können auch dazu führen, dass sich einzelne Partikel verändern. So sollte ein Raum mit Zigarettenrauch beispielsweise nicht mit einem Ionisator gereinigt werden, da hierbei gesundheitsschädliche Stoffe entstehen.

Ionen sollen zu einer Erhöhung des persönlichen Wohlbefindens beitragen. Am Meer, im Gebirge und vor allem an Wasserfällen ist die Ionenkonzentration sehr hoch – kein Wunder also, dass wir uns hier besonders wohl fühlen.

Fazit: Ionisatoren haben im Vergleich zu den gewöhnlichen Luftreinigungsgeräten den Vorteil, dass sie klein, günstig und kompakt sind. Auch sind sie bereits für kleines Geld erhältlich. Aber reine Ionisatoren filtern die Luft nicht.

Luftreinigungsgeräte mit Hepa Filtern

Der Luftreinigungsgeräte mit Hepa-Filter ist das beliebteste Modell. Das verwundert nicht, denn solch ein Reinigungsgerät entfernt schädliche Partikel bis zu einer Größe von bis zu 0,1 Mikrometern (dies ist aber je nach Modell unterschiedlich). HEPA bedeutet so viel wie „High Efficiency Particulate Air„.

  • Das Funktionsprinzip ist einfach: Die Raumluft wird angesaugt und durch die Filtermatte gepresst.
  • Partikel mit einer gewissen Größe bleiben im Filter haften.
  • Diese Filter sind besonders effektiv und entfernen die meisten Schadstoffe in der Raumluft.
  • Allerdings muss der Filter regelmäßig gewechselt werden, da er sonst nicht mehr effektiv arbeitet.
  • Es gibt auch speziellen Hepa-Filter, die Viren und Aerosole filtern können.

Fazit: Der Hepa Filter ist bewährt und arbeitet zuverlässig. Er schafft es Verunreinigungen schnell zu filtern, allerdings entstehen durch den Filterwechsel laufende Kosten.

Luftreinigungsgeräte mit Aktivkohlefilter

Zusätzlich verfügen viele Luftreinigungsgeräte über einen Aktivkohlefilter. Nur selten ist der Aktivkohlefilter alleine in einem Gerät verbaut. Häufig findet man ihn in Kombination mit einem HEPA-Filter.

  • Neben der Beseitigung unangenehmer Gerüche sorgt der Aktivkohlefilter auch für die Zersetzung gesundheitsschädlicher Gase.
  • Aktivkohlefilter kann man sich ähnlich wie Watte mit einer großen Oberfläche vorstellen, in der Partikel haften bleiben

Fazit: Der Aktivkohlefilter muss analog zum Hepa Filter regelmäßig getauscht werden, damit er korrekt arbeitet. Er ist wie erwähnt selten alleine verbaut, da er in Kombination mit anderen Filtern die besten Ergebnisse erzeugt.

Luftreinigungsgeräte mit Wasser

Ein Luftreinigungsgerät, das die Luft durch ein „Wasserbad“ reinigt wird auch als Luftwäscher bezeichnet.

  • Der Luftreiniger dagegen nutzt ein intelligentes Filtersystem. Mit ihm werden Bakterien, Viren und Pollen aus der Luft entzogen.
  • Ein Ventilator saugt die Raumluft an, Wasserwalzen drücken die Luft durch ein Wasserbecken. Hierbei bleiben Schwebestoffe im Wasser zurück und gereinigte Luft strömt aus.
  • Wie es der Name bereits andeutet, arbeitet dieses Gerät mit Wasser und sorgt darüber hinaus für eine Erhöhung der Luftfeuchte im Raum.

Fazit: Luftreinigungsgeräte befreien die Umgebungsluft sehr viel effektiver von Schadstoffen als Luftwäscher. Er benötigt für dieselbe Raumgröße deutlich länger, darüber hinaus schafft er meist nicht dieselben Partikelgrößen wie ein Luftreingier. Das ist aber auch zumeist nicht notwendig, Pollen und Co. besitzen eine recht große Partikelgröße. Und der Luftwäscher besitzt ein paar wesentliche Vorteile: Es ist kein Filterwechsel notwendig, er arbeitet sehr leise und erhöht zudem die Luftfeuchtigkeit.

Luftreinigungsgeräte mit Kombifilter

Möglich ist ebenso eine Kombination aus den vorgenannten Geräten. Sie vereinen die Vorteile beider Bauweisen, reinigen die Luft und sorgen zudem für eine angenehme Raumluft ohne schlechte Gerüche.

Fazit: Die meisten Kombigeräte sind erschwinglich und vereinen mehrere Reinigungsarten. Eine gute Option für Privatanwender.

Ozongeneratoren sind keine Luftreinigungsgeräte

Der Ozongenerator ist ein Modell, das im privaten Bereich eigentlich nicht zum Einsatz kommt.

  • Ozon ist ein natürlicher Bestandteil der Luft und ist für seine geruchsreinigende Funktion bekannt.
  • Ozon kann Geruchsstoffe in geruchsneutrale Stoffe umwandeln.
  • Allerdings sind Ozongeneratoren keine Luftreiniger. Vielmehr werden sie in der Industrie überall dort eingesetzt, wo es zu einer extremen Geruchsbildung kommt.
  • Das kann in Autowerkstätten ebenso wie in Krankenhäusern sein.

Fazit: Für die allermeisten ist ein Ozongenerator keine Option.

Welches Luftreinigungsgerät eignet sich für mich?

Je nachdem für welche Zwecke Sie sich ein Luftreinigungsgerät zulegen möchten, und wo, eignet sich ein anderes Modell. Am besten stellen Sie sich die folgenden Fragen:

Welche Verunreinigung gilt es zu beseitigen?

Möchten Sie sich ein Luftreinigungsgerät zulegen, überlegen Sie sich zunächst, wovon Sie Ihre Umgebungsluft befreien möchten.

  • Ist es der Zigarettenqualm, der Sie stört oder möchten Sie Allergieträger wie Tierhaare oder Pollen minimieren?
  • Geht es um Staub oder unangenehme Gerüche in der Küche?
  • Suchen Sie einen Luftreiniger gegen Corona?

Die Partikelgröße der Verunreinigung: Wählen Sie die Filterart anhand der Partikelgröße aus.

  • Gute Luftreiniger versprechen eine Entfernung aller Partikel ab einer Größe von 0,3 Mikrometer, einige sogar ab 0,1 Mikrometern. Damit sollten alle vorgenannten schädlichen Stoffe zuverlässig entfernt werden. Luftwäscher schaffen meist nicht so kleine Partikel.
  • Feinstaub, der etwa fünf bis zehn Mikrometer groß ist, befindet sich in jedem Raum im Haus. Es gibt aber auch den sogenannten Ultrafeinstaub, dessen Partikel nur 0,1 Mikrometer groß sind.
  • Auch die Ausscheidungen von Hausstaubmilben, die für die Hausstauballergie verantwortlich sind, sind nur 0,1 Mikrometer groß.
  • Die meisten Pollen haben eine Größe von 10 bis 100 Mikrometer und sind daher kein Problem für ein Luftreinigungsgerät.
  • Gerüche und Bakterien hingegen siedeln sich vorwiegend in feuchten Räumen wie der Küche oder dem Bad an. Die Partikelgröße von Küchengeruch kann man nur schwer bestimmen.

Wo möchte man die Luft reinigen?

Informieren Sie sich beim Kauf Ihres Luftreinigungsgerätes auf jeden Fall darüber, für welche Raumgröße es geeignet ist.

  • Ist Ihr Wohnraum besonders groß und Sie kaufen sich ein dafür nicht ausgelegtes Modell, ist die Luftreinigung sicher nicht zufriedenstellend.
  • Einsteigermodelle hingegen sind meist nur für eine Raumgröße bis 20 Quadratmetern gedacht, es gibt aber auch Modelle für große Wohnungen.
  • Ist die Wohnung sehr verwinkelt, kann es unter Umständen Sinn machen mehrere Modelle anzuschaffen. Denn die Luft kann nicht ungehindert zirkulieren.
  • Achten Sie auch auf due CADR Rate. Die CADR Rate wird auch als „Clean Air Delivery Rate“ bezeichnet und gibt an, wie viel Luft innerhalb einer Minute gereinigt werden kann.

Welche Funktionen sind wichtig?

  • Soll der Luftreiniger Ihnen im Schlafzimmer zu einem erholsamen Schlaf verhelfen, achten Sie beim Kauf auf eine möglichst geringe Lautstärke. Wenn möglich, sollte das Gerät auch mit einem Sleep Timer und ohne Betriebs-Licht (bzw. deaktivierbar) ausgestattet sein.
  • Steht der Luftreiniger hingegen im Wohnzimmer, ist Ihnen sicher auch ein ansprechendes Design wichtig. Der Hersteller Dyson bietet recht ansprechende Modelle an, die sich vom Design her stark von den meisten Konkurrenzprodukten unterscheiden.
  • Einige gute Modelle sind mit einer App kompatibel. Ist das der Fall, können Sie die Raumqualität auch von unterwegs aus mit Ihrem Smartphone kontrollieren. Ob diese Zusatzfunktion für Sie sinnvoll ist, müssen Sie individuell entscheiden.
  • Ist eine geringe Luftfeuchtigkeit ein Problem in Ihrer Wohnung bzw. für Sie, dann ist ein Luftwäscher empfehlenswert.
  • Achten Sie zudem darauf, dass der Luftreiniger mit verschiedenen Leistungsstufen ausgestattet ist. So können Sie je nach Verunreinigung die korrekte Betriebsstufe auswählen.

Stichwort Kosten

Natürlich sind auch die Kosten für das Luftreinigungsgerät wichtig. Damit Sie ein korrektes Bild haben, achten Sie auf diese Punkte:

  • Anschaffungskosten: Der Kaufpreis ist natürlich wichtig, aber auf Dauer nicht entscheidend, wenn die Folgekostend horrend sind.
  • Die Stromkosten: Beim Betrieb des Gerätes müssen Stromkosten eingeplant werden.
  • Kosten für Filterwechsel: Bei Hepa- und Aktivkohlefiltern müssen die Filter gewechselt werden. Pro Filter entstehen schnell 10€ bis 20€ Kosten. Tipp: Oft reicht ein Luftwäscher aus. Hier sind keine Filterkosten nötig!

Fazit

Wir hoffen, dass Ihnen unser Ratgeber zu Luftreinigungsgeräten die ein oder andere Frage beantworten konnte. Sollten Sie noch unschlüssig sein, können Sie auch einen Blick in die Auswahl beliebter Geräte werfen. Bei jenen Modellen haben andere Käufer bereits gute Erfahrungen sammeln können.


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