Eine Staublunge entsteht durch das jahrelange Einatmen feiner Stäube, am häufigsten als Silikose durch quarzhaltigen Feinstaub. Der Staub dringt bis in die Lungenbläschen vor und vernarbt das Gewebe dauerhaft. Die Erkrankung ist nicht heilbar, gilt als Berufskrankheit und lässt sich vor allem durch konsequenten Arbeitsschutz verhindern.
Die Staublunge ist eine klassische Berufskrankheit und betrifft Menschen, die beruflich viel Staub einatmen. Hier lest ihr, was im Körper passiert, wer gefährdet ist und wie ihr euch wirksam schützt.
Was eine Staublunge ist
Staublunge ist ein umgangssprachlicher Sammelbegriff. Medizinisch handelt es sich um die Pneumokoniosen, eine Gruppe von Lungenerkrankungen, die durch das übermäßige Einatmen anorganischer Stäube entstehen. Die mit Abstand häufigste Form ist die Silikose, ausgelöst durch quarzhaltigen Staub.
Verantwortlich ist kristallines Siliciumdioxid, das in den Modifikationen Quarz, Cristobalit und Tridymit vorkommt. Stäube, die diese Kristalle enthalten, gelten laut DGUV als silikogen, also als Auslöser der Silikose.
Wie der Staub die Lunge schädigt
Entscheidend ist die Feinheit des Staubs. Nur die sogenannte A-Fraktion, der alveolengängige Feinstaub, ist klein genug, um bis in die Lungenbläschen vorzudringen. Gröbere Teilchen fängt der Körper in den oberen Atemwegen ab.
In den Lungenbläschen lösen die Quarzanteile über eine komplexe Wirkungskette eine Vernarbung aus. Es bildet sich Bindegewebe, erst als kleine Knötchen, die später zu sogenannten Schwielen zusammenwachsen. Anders als gesundes Lungengewebe ist dieses Narbengewebe nicht mehr elastisch. Die Folge ist eine dauerhafte Beeinträchtigung der Lungenfunktion. Eine Silikose ist nicht heilbar und kann sogar nach dem Ende der Staubbelastung weiter fortschreiten oder erst dann sichtbar werden.
Wer gefährdet ist
Betroffen sind fast ausschließlich Menschen, die beruflich quarzhaltigen Staub einatmen. Die DGUV nennt als besonders gefährdete Bereiche den Bergbau und Tunnelbau, die Stein- und Mineralgewinnung und ihre Verarbeitung, die Arbeit als Former und Gussputzer in der Metallindustrie sowie die keramische Industrie. Auch bei Bauarbeiten kann je nach Material quarzhaltiger Staub entstehen, etwa beim Schneiden oder Schleifen von Stein, Beton und Fliesen.
Die Silikose ist als Berufskrankheit unter der BK-Nr. 4101 anerkannt und kann entschädigt werden. Wer beruflich exponiert ist, sollte die arbeitsmedizinische Vorsorge wahrnehmen.
Symptome und Verlauf
Eine Staublunge entwickelt sich schleichend, meist über Jahre bis Jahrzehnte. Erste Anzeichen sind Atembeschwerden unter körperlicher Belastung, später tritt die Atemnot auch in Ruhe auf. Dazu kommen Husten und teils Auswurf. Weil die Beschwerden lange unauffällig bleiben, wird die Erkrankung oft erst über eine Röntgenaufnahme erkannt. Heilbar ist sie nicht, ärztliche Behandlung kann aber Symptome und Verlauf lindern. Bei anhaltender Atemnot oder hartnäckigem Husten gehört das frühzeitig abgeklärt.
Vorbeugen: Arbeitsschutz zuerst
Der wirksamste Schutz setzt an der Quelle an. Für quarzhaltigen Feinstaub gilt am Arbeitsplatz ein Beurteilungsmaßstab von 0,05 Milligramm pro Kubikmeter, anzuwenden zusammen mit der Technischen Regel für Gefahrstoffe TRGS 559. In der Praxis heißt das: Werkstücke nach Möglichkeit nass bearbeiten, damit kein Staub aufsteigt, und bei Trockenbearbeitung an der Quelle absaugen.
Bleibt eine Reststaubbelastung, kommt persönlicher Atemschutz dazu, je nach Belastung eine Maske der Klasse FFP2 oder FFP3. Welche Schutzklasse wann passt, lest ihr im Beitrag Atemschutzmasken und Schutzklassen. Für staubige Werkstatt- und Bauumgebungen ergänzt eine leistungsfähige Absaugung den Schutz, wie im Beitrag Industrie-Luftreiniger für die Werkstatt beschrieben.
Staub im Haushalt richtig einordnen
Eine Staublunge ist keine Krankheit, die durch normalen Hausstaub in der Wohnung entsteht. Die Erkrankung ist eine Folge hoher beruflicher Belastung mit feinem mineralischem Staub über lange Zeit. Im Wohnraum geht es bei Staub um Komfort und Allergien, nicht um das Risiko einer Silikose.
Ein Luftreiniger im Haushalt senkt die allgemeine Staub- und Feinstaubbelastung der Raumluft, mehr dazu im Beitrag Luftreiniger gegen Staub. Klar ist aber: Bei staubigen Arbeiten am Bau oder in der Werkstatt ersetzt ein Luftreiniger niemals Absaugung und Atemschutz.
Dieser Beitrag informiert und ersetzt keine ärztliche oder arbeitsmedizinische Beratung. Bei Verdacht auf eine berufsbedingte Lungenerkrankung sind Ärztin, Arzt und die zuständige Berufsgenossenschaft die richtigen Ansprechpartner.