Luftreiniger und Entfeuchter: Was gegen feuchte Luft hilft
Luftentfeuchter gegen feuchte Luft
- Senkt die relative Luftfeuchte
- Entzugsleistung in Litern pro Tag
- Für Keller, Bad und Neubau-Feuchte
Luftreiniger mit HEPA gegen Sporen
- HEPA H13 nach EN 1822 für Schimmelsporen
- Filtert Partikel und Allergene
- Ergänzt den Entfeuchter sinnvoll
Echte Kombigeräte aus vollwertigem HEPA-Luftreiniger und Entfeuchter sind am Markt kaum zu finden. Meist handelt es sich um Entfeuchter mit einfachem Staubfilter. Gegen zu feuchte Luft senkt ein Entfeuchter die relative Feuchte auf gesunde 40 bis 60 Prozent; ein Luftreiniger mit HEPA-Filter holt zusätzlich Schimmelsporen und Partikel aus der Luft. Die Feuchteursache beseitigt aber keines der Geräte, dafür müsst ihr lüften und die Quelle abstellen.
Zu feuchte Luft ist mehr als ein Komfortproblem. Sie begünstigt Schimmel und Hausstaubmilben. Viele suchen deshalb ein Gerät, das die Feuchte senkt und zugleich die Luft reinigt. Ob es das gibt und was wirklich hilft, klären wir hier.
Warum gegen feuchte Luft beides zählt
Hohe Luftfeuchte und schlechte Raumluft hängen zusammen. Ab etwa 60 Prozent relativer Feuchte fühlen sich Schimmelpilze und Milben wohl. Ihre Sporen und Ausscheidungen belasten dann die Atemluft.
Hier greifen zwei Funktionen ineinander. Ein Entfeuchter senkt die Feuchte und nimmt dem Schimmel die Grundlage. Ein Luftreiniger mit HEPA-Filter holt Sporen und Partikel aus der Luft, die bereits unterwegs sind. Beide zusammen ergeben ein gutes Team, lösen das Problem aber nur, wenn auch die Ursache angegangen wird.
Gibt es echte Kombigeräte? Die Marktrealität
An dieser Stelle lohnt Ehrlichkeit. Geräte, die einen vollwertigen HEPA-Luftreiniger mit einem echten Entfeuchter verbinden, sind am deutschen Markt kaum verfügbar. Wer danach sucht, stößt fast immer auf Entfeuchter, die lediglich einen einfachen Staub- oder Grobfilter mitbringen. Mit echter Luftreinigung nach HEPA-Standard hat das wenig zu tun.
Viele Ratgeber verschweigen das und stellen solche Geräte als vollwertige 2-in-1-Lösungen dar. Das führt in die Irre. Ein Entfeuchter mit Staubfilter entfeuchtet gut, reinigt die Luft aber nur oberflächlich. Wer beide Funktionen auf hohem Niveau will, kommt um zwei Geräte derzeit kaum herum. In die andere Richtung, also Reinigen plus Befeuchten, sieht es übrigens besser aus, dazu mehr im Beitrag zum Luftreiniger mit Befeuchter.
Der Luftreiniger beseitigt keine Feuchte
Ein verbreiteter Irrtum: Ein Luftreiniger trockne die Luft oder beseitige Schimmel. Beides stimmt nicht. Ein Luftreiniger zieht Luft durch einen Filter und gibt sie mit gleicher Feuchte wieder ab. Er entfernt nur, was als Partikel in der Luft schwebt, etwa Schimmelsporen.
Die Feuchteursache bleibt unberührt. Ist die Wand nass oder die Lüftung schlecht, wächst der Schimmel weiter, egal wie sauber die Luft gefiltert wird. Das Umweltbundesamt betont daher, dass gegen Schimmel immer die Ursache zählt: lüften, heizen, Wärmebrücken und undichte Stellen beheben. Mehr dazu im Ratgeber zum Luftreiniger gegen Schimmel.
Wann ein Entfeuchter reicht, wann ein Luftreiniger dazu muss
Für die meisten Feuchteprobleme genügt zunächst ein Entfeuchter. In Keller, Bad, Waschküche, im Neubau oder nach einem Wasserschaden senkt er die Feuchte auf den Zielbereich von 40 bis 60 Prozent. Damit ist die wichtigste Arbeit getan.
Ein Luftreiniger lohnt sich ergänzend, wenn ihr den Raum bewohnt und bereits Sporen in der Luft sind, etwa bei sichtbarem Befall oder bei Allergie. Dann filtert er die Schwebstoffe heraus, während der Entfeuchter die Feuchte unten hält. In reinen Lagerkellern ohne Aufenthalt ist er dagegen meist überflüssig.
Dimensionierung: Entzugsleistung und CADR
Beide Geräte werden unterschiedlich bemessen. Der Entfeuchter über die Entzugsleistung in Litern pro Tag, der Luftreiniger über den CADR-Wert in Kubikmetern pro Stunde.
| Gerät | Kennwert | Faustregel |
|---|---|---|
| Entfeuchter | Liter pro Tag | mehr Leistung bei Keller, Neubau, Wasserschaden |
| Luftreiniger | CADR (m³/h) | Raumvolumen mal zwei bis fünf Luftwechsel |
Den passenden CADR für euren Raum ermittelt ihr im Größen-Rechner. Beim Entfeuchter orientiert ihr euch an der Raumgröße und daran, wie stark die Feuchte ist.
Unsere Empfehlung
Wir werten Herstellerangaben, Normen und unabhängige Tests aus, statt selbst zu testen. Gegen feuchte Luft empfehlen wir zuerst einen passend dimensionierten Entfeuchter, der die relative Feuchte auf 40 bis 60 Prozent bringt. Geht es zusätzlich um Schimmelsporen oder Allergene in einem bewohnten Raum, ergänzt ihr einen Luftreiniger mit HEPA-Filter. Von vermeintlichen Allround-Kombis, die nur einen Staubfilter mitbringen, raten wir ab. Und in jedem Fall gilt: Erst die Feuchteursache beheben.