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Staublunge: Hintergründe, Symptome und Vorbeugung

Als Staublunge oder Pneumokoniose bezeichnet man eine Erkrankung der Lunge, die dadurch entsteht, dass anorganischer Staub eingeatmet wird und sich in den Atemwegen ablagert. Häufig wird eine Staublunge durch Glasstaub, Zementstaub oder Quarzstaub verursacht. Durch den Staub kommt es zu einer Vernarbung des Lungengewebes, wodurch die Funktion der Lunge stark eingeschränkt wird. Es gibt gutartige und bösartige Staublungenkrankheiten. Sie alle zählen zu den am häufigsten auftretenden anerkannten Berufskrankheiten.

In diesem Blogartikel erfahren Sie alles, was Sie über die Staublunge wissen sollten.

Staublunge

Hintergründe zur Staublunge

In der Medizin werden Staublungen auch als Pneumokoniosen bezeichnet. Das Wort kommt aus dem Griechischen und setzt sich aus „pneuma“ für „Luft“ und „konis“ für „Staub“ zusammen. Zu einer Staublunge kommt es durch das regelmäßige Einatmen von anorganischen Stäuben, die in den tieferen Atemwegen abgelagert werden. So können diverse Veränderungen des Lungengewebes entstehen.

Auslöser von Staublungen oft Asbest und Quarz

Die durch Asbest und Quarz verursachten Staublungenkrankheiten zählen zu den anerkannten Berufskrankheiten in Deutschland, die am häufigsten vorkommen. Sie sind entschädigungspflichtig. In puncto Häufigkeit landen sie auf dem zweiten Platz der Berufskrankheiten direkt nach der Lärmschwerhörigkeit. Nur berufsbedingte Hauterkrankungen, also sogenannte Berufsdermatosen, haben noch eine ähnlich große Bedeutung.

Astbest: Trotz Verbot weiter Auslöser von Erkrankungen

Fest steht aber auch: Die Berufserkrankungen durch Lärm und Berufsdermatosen sind aktuell rückläufig, während die Anzahl der gemeldeten Asbestosen und asbestbedingten Erkrankungen weiter ansteigt – und das trotz des 1933 erlassenen Asbest-Herstellungs- und Verwendungsverbots und trotz verbesserter Arbeitsschutzmaßnahmen. Dies liegt zum einen daran, dass Asbest bis in die 70er-Jahre stark verbreitet war und hängt  zum anderen damit zusammen, dass diese Staublungenkrankheiten eine lange Latenzzeit aufweisen.

Auswirkung der Staublunge auf Lebensqualität

Ob eine Staublunge die Lebenserwartung einschränkt oder nicht, kann nicht eindeutig definiert werden. Die Schädlichkeit der Staublunge hängt von mehreren Faktoren ab. Grundsätzlich kann das Lungengewebe, das einmal geschädigt wurde, sich nicht wieder erholen oder neu aufbauen.

Behandlungen von Staublungen schlagen bei den Betroffenen sehr unterschiedlich an. Manche Verläufe sind sehr aggressiv, wodurch es zu einem starken Abbau von Gewebe kommt. Dann zeigen Therapien und Medikamente keine Wirkung mehr. In schlimmen Fällen kann sich die Lebenserwartung erheblich verkürzen. In derartigen Situationen ist eine Lungentransplantation erforderlich, um die Folgen zu mildern.

Behandlung und Krankheitsbild

Die Lunge hat einen hohen Luftdurchsatz von ungefähr 20.000 Litern pro Tag. Deswegen ist dieses Organ auch stärker als andere einem großen Maß an Schadstoffen ausgesetzt. Diese kommen im Wohnbereich, in der Umwelt und am Arbeitsplatz vor und gelangen als Aerosol in die Atemluft. Schadstoffe können organischen Ursprungs oder anorganischer Natur sein.

Beispiele für organische Schadstoffe sind:

  • Allergene
  • Mikroorganismen
  • Mukoziliäre Clearance

Zu den anorganischen Schadstoffen in der Atemluft gehören hingegen:

  • Staub
  • Dämpfe
  • Rauch
  • Gas

Abwehr von Fremdkörpern in der Lunge

Bei körperlicher Anstrengung wird die geatmete Luftmenge noch einmal erheblich erhöht und steigt auf bis zu 200.000 Liter am Tag. Eine gesunde Lunge kann sich mehrerer Mechanismen bedienen, um eingeatmete Fremdkörper wieder loszuwerden.

  • So werden größere Partikel schon in der Nase abgefangen und gelangen mit dem Nasensekret aus dem Körper. Kleinere Partikel erreichen die tieferen Atemwege, werden durch die Flimmerhärchen in die Bronchien und die Luftröhre transportiert und können abgehustet werden.
  • Grobstaub, der größer ist als 10 Mikrometer, bleibt meist an den Nasenhärchen oder der Schleimhaut im Nasen-Rachen-Raum hängen. Feinstaub hingegen kann bis in die Lungenbläschen eindringen. Aber auch die Form der Partikel bestimmt, wo der Staub abgelagert wird.

Ungefährlicher und gefährlicher Staub

Welche biologischen Auswirkungen der Staub auf das Lungengewebe hat, hängt vor allem von der chemischen Zusammensetzung der Staubteilchen ab.

Manche Stäube sind reaktionsträge, die nur bei massiver Einlagerung zu kleinen Gewebeveränderungen führen. Dann fehlen oft subjektive Beschwerden und funktionelle Lungenbeeinträchtigungen, sodass die Prognose gut ist.

Dies trifft zum Beispiel bei der Siderose zu, die durch das Einatmen von Eisenstäuben entsteht, aber auch bei der Anthrakose durch das Einatmen von Ruß.

Allerdings gibt es auch Stäube, die drastische biologische Auswirkungen haben. Das gilt für Quarz und bestimmte Asbestfasern, die zu den narbenbildenden Stäuben gehören.

Krankheitsbild einer Staublunge

Können diese Stäube häufig über lang Zeit einwirken, kommt es zu einem verstärkten Umbau des Lungengewebes: der sogenannten Lungenfibrose. Eine funktionelle Beeinträchtigung des Gasaustausches und der Atmung ist die Folge. Es kommt zu einer zunehmenden Kurzatmigkeit bei körperlicher Betätigung.

Die ersten Krankheitssymptome zeigen sich aber häufig erst nach einer jahre- oder jahrzehntelangen Latenzzeit, die in der Regel beschwerdefrei ist. Sogar, wenn die Belastung nicht länger besteht, weil ein Arbeiter, der jahrzehntelang wegen seiner beruflichen Tätigkeit Asbeststoffen ausgesetzt war, in Rente geht, kommt es zu einem weiteren Voranschreiten der Krankheit. Darüber hinaus können sowohl die durch Quarzstaub verursachte Silikose als auch asbesthaltige Stäube zu Krebs und anderen Folgeerkrankungen führen, die unter Umständen tödlich sind.

Leider existieren keine frühen Warnzeichen, die auf eine Staublungenkrankheit hindeuten. Stattdessen sind diese Erkrankungen durch eine lange Latenzzeit gekennzeichnet, sodass es viele Jahre lang keine Beschwerden gibt. Der Krankheitsbeginn ist schleichend. Die meisten Staublungenkrankheiten verlaufen chronisch und verursachen diverse Atembeschwerden, die nicht charakteristisch für die Erkrankung Staublunge sind, sondern auch mit anderen Krankheiten in Verbindung stehen können. Deshalb ist es für Ärzte besonders schwierig, die Diagnose zu stellen. Es müssen Lungenfunktionskrollen und Röntgenuntersuchungen des Brustkorbs durchgeführt werden.

Fest steht: Wenn Sie einst einer Risikotätigkeit nachgegangen sind, sollten Sie Ihren Arzt bei neu auftretenden Atembeschwerden wie Kurzatmigkeit oder länger andauerndem Husten unbedingt auf die Staublunge ansprechen – auch wenn die Risikotätigkeit schon Jahre oder Jahrzehnte zurückliegt.

Staublunge vermeiden

Bei folgenden Personengruppen ist das Risiko für Staublungenerkrankungen besonders hoch:

  • Personen, die viel im Freien arbeiten, wie etwa Dachdecker oder Bauarbeiter
  • Personen, die mit giftigen und chemischen Substanzen hantieren, wie Maler und Laboranten
  • Personen, die generell viel mit Staub in Kontakt geraten, wie Bäcker und Bergleute

Wenn Sie in einem Beruf mit höherer Gefährdung arbeiten, ist Vorbeugung das A und O. Grundsätzlich gilt, dass das Einatmen von Staub im Beruf und auch daheim weitestgehend vermieden werden sollte. Das gilt beispielsweise auch bei intensiven Heimwerkerarbeiten.

Bei einer beruflich nicht vermeidbaren Staubbelastung sollten Sie darauf achten, die gesetzlichen Arbeitsschutzmaßnahmen zu befolgen und einzuhalten. Nehmen Sie in diesem Fall außerdem regelmäßig an arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen teil.

Denn: Je eher die Diagnose gestellt werden kann, desto besser lassen sich schwerwiegende Krankheitsfolgen vermeiden oder verzögern.

Tipps: 5 Maßnahmen für eine geringere Staubbelastung

Darüber hinaus können Sie die folgenden Tipps berücksichtigen, um die Staubbelastung in Ihrem Arbeitsbereich so gering wie möglich zu halten und einer Staublunge vorzubeugen:

Tipps gegen Staub
  1. Verwenden Sie alle Handwerkzeuge, die Staub erzeugen – wie etwa Schlagbohrer, Fräse, Meißelhammer und Schleifmaschine –, nur in Kombination mit einer Saughaube.
  2. Reinigen Sie Ihren Arbeitsbereich regelmäßig mit einem Staubsauger, um ihn möglichst staubfrei zu halten.
  3. Setzen Sie Staubabscheider ein, die über einen Mikrofilter der Klasse H verfügen. So kann eine Abscheidung der Staubpartikel auf 99,995 Prozent erreicht werden.
  4. Greifen Sie möglichst immer auf staubarme Arbeitsmethoden zurück.
  5. Tragen Sie eine Atemmaske, wenn sich staubige Arbeiten nicht vermeiden lassen. Wählen Sie ein Modell, das auch vor sehr kleinen Partikeln schützt.

Sie können auch Luftreiniger gegen Staub einsetzen, um die Luft in Ihrer Nähe von herumfliegenden Staubpartikeln zu befreien. In dieser Hinsicht ist es empfehlenswert, einen professionellen Luftreiniger zu nutzen, der speziell für die Verwendung auf Baustellen geeignet ist. Ein solches Gerät ist in der Lage, den Staub punktuell aus der Umgebung Ihres Arbeitsplatzes abzusaugen, wenn es in unmittelbarer Nähe aufgestellt wird. Einige Luftreiniger können auch die gesamte Raumluft filtern und von Staub befreien. Im Idealfall sollte der Luftreiniger für die Staubklasse H gedacht und gemäß TRGS 519 für die Asbestsanierung zugelassen sein. Darüber hinaus können Sie Partikelzähler einsetzen, um die Raumluftbelastung und den Reinigungserfolg zu kontrollieren.


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