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Schimmelsporen messen & entfernen: So geht’s

Das Heimtückische am Schimmel ist, dass er nicht immer an Wänden, Möbeln und anderen sichtbaren Oberflächen auftritt. Mitunter versteckt er sich im Verborgenen, weshalb es schwer ist, ihn schnell zu entdecken. Oft ist es nur ein komischer, muffiger Geruch, der auf Schimmelpilze hinweist. Sensible Menschen können zudem auf die Schimmelsporen allergisch reagieren, auch wenn sie noch nicht sichtbar sind. Stoffwechselprodukte und Vermehrungsorgane von Schimmelpilzen enthalten toxische Substanzen, die zu Überempfindlichkeiten und Krankheiten führen können. Umso wichtiger ist es, einen Schimmelbefall rechtzeitig zu erkennen und zu beseitigen.

Erfahren Sie in diesem Blogartikel, wie Sie Schimmelsporen messen und entfernen können.

Schimmel Wohnung

Schimmelsporen messen: So kann man testen

Schimmelpilze vermehren sich ungeschlechtlich. Es werden also nicht männliche und weibliche Geschlechtszellen miteinander befruchtet. Stattdessen entwickeln Schimmelpilze Sporen an den Enden der fadenförmigen Pilzzellen. Diese Schimmelsporen sind winzig und rundlich. Ihr Durchmesser beträgt meist weniger als 10 Mikrometer.

Typische Symptome durch Schimmel in der Wohnung

Wenn Menschen aus unerfindlichen Gründen permanent unter Unwohlsein leiden, wenn Reizungen der Atemwege oder des Bindegewebes auftreten oder wenn andere mysteriöse Symptome immer häufiger vorkommen, sollte immer auch an einen Schimmelbefall gedacht werden.

Das gilt insbesondere dann, wenn Ihnen gelegentlich ein muffiger Geruch in der Wohnung auffällt oder wenn Sie an Decken und Wänden Verfärbungen feststellen. Sollten Sie unsicher sein, ob Ihre Wohnung wirklich von Schimmelsporen befallen ist, kann ein Schimmeltest Klarheit bringen.

Leider gibt es kein simples Messgerät, mit dem Sie Schimmelsporen in der Raumluft messen können. Allerdings existieren einige Varianten zum Feststellen einer erhöhten Schimmelbelastung in der Wohnung. Im Handel sind sogenannte Schimmeltests erhältlich, die auch von Laien durchgeführt werden können.

  • Sie funktionieren mit einer Nährlösung, die sich in einer oder mehreren Petrischalen befindet. Meist gehören auch Abtrichstäbchen und Einmalhandschuhe zum Test-Kit dazu.
  • Für den Test entnehmen Sie von mehreren Oberflächen Abstriche und bringen diese auf die Nährlösung auf, indem Sie das Stäbchen über die Lösung reiben. Dann verpacken Sie alles gut und schicken es zu einem Labor, das sich um die Auswertung kümmert.
  • Es gibt Varianten, bei denen die Testergebnisse in ein Labors gesandt werden. Daraufhin erhalten Sie in der Regel innerhalb von zwei bis vier Wochen eine Rückmeldung. Diese Schimmeltests sind sehr beliebt und vergleichsweise günstig für etwa 70 Euro im Handel erhältlich. Die Analyse ist in diesem Preis meist schon enthalten.
  • Um die Sporenbelastung in der Luft zu erfassen, gibt es auch die Möglichkeit für eine Schimmelmessung ohne Abstrich. Auch hierbei handelt es sich um eine Petrischale mit Nährlösung, die für eine bestimmte Zeit im Wohnbereich aufgestellt werden muss. Es handelt sich hierbei um ein Schnelltests mit einer Selbstanalyse.

Schimmelsporen eingeatmet: Konsequenzen für die Gesundheit

Schätzungen gehen davon aus, dass es auf der ganzen Welt über 250.000 Schimmelarten gibt. Erst 100.000 davon konnten aber bis jetzt konkret bestimmt werden. Die Konsequenzen für die Gesundheit sind unterschiedlich.

In Wohnungen und Häusern gibt es nur wenige Schimmelarten, die gesundheitliche Folgen für die Bewohner haben oder zu Schäden an der Bausubstanz und den Möbeln führen können. Am häufigsten treten in Wohnungen der grüne, der weiße und der schwarze Schimmel auf. Aber auch der gelbe und der rote Schimmel spielen eine Rolle.

Diese können wiederum von verschiedenen Schimmelpilzarten verursacht werden. Schimmelpilze brauchen vor allem Nahrung und Feuchtigkeit, damit die Vermehrung funktioniert. Ein geeignetes Nährsubstrat überzieht der Schimmelpilz mit einem Belag, der an Watte erinnert. Nach einiger Zeit entstehen so große Pilzkolonien. Welche Färbung der Schimmel hat, hängt vom Fruchtkörper des Schimmelpilzes ab. Die unterschiedlichen Schimmelpilzarten werden bestimmt, indem Struktur, Wachstum und Farbe begutachtet werden.

Auch in puncto Gesundheitsgefährdung gibt es bei den einzelnen Schimmelarten Unterschiede:

  1. Grüner Schimmel ist am weitesten verbreitet, hat aber nicht so starke negative Auswirkungen auf die Gesundheit wie andere Schimmelarten
  2. Gelber Schimmel ist in Wohnräumen selten zu finden, aber sehr gesundheitsgefährdend
  3. Weißer Schimmel ist unauffällig und bleibt daher oft lange unentdeckt, allerdings wirkt er sehr schleimhautreizend und kann nach einiger Zeit in schwarzen Schimmel übergehen
  4. Roter Schimmel braucht Zellulose, um zu wachsen, weshalb er oft in Papiertapeten zu finden ist – er kann zu Atemwegserkrankungen führen
  5. Schwarzer Schimmel ist sehr aggressiv und meist äußerst giftig für Menschen und Tiere

Symptome & gesundheitliche Folgen von Schimmel

Je nach Schimmelart reicht schon ein geringes Maß an Sporen aus, um die Gesundheit zu gefährden. Die Sporen können sich praktisch überall befinden, wie etwa in der Luft, in Textilien, in Möbeln, in Wänden, in Lebensmitteln und in der Kleidung. Werden die Schimmelsporen über längere Zeit eingeatmet, weil der Schimmelbefall nicht bemerkt oder beseitigt wird, kann es zu etlichen gesundheitlichen Problemen kommen.

Schimmelsporen befallen hauptsächlich die inneren Organe. Sie bilden Giftstoffe, die krebserregend und leberschädigend sind. Zudem können sie zu Allergien führen. Die gesundheitlichen Beschwerden, unter denen Menschen leiden, die über längere Zeit Schimmelsporen einatmen, sind unspezifisch und vielseitig. Häufige Folgen sind:

  • Schnupfen
  • Husten
  • Asthma
  • Veränderungen der Haut
  • Bindehautentzündungen
  • Migräne
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Gelenkbeschwerden

Da diese Symptome auch bei vielen anderen Erkrankungen auftreten, ist es für Ärzte oft schwierig, schnell die richtige Diagnose zu stellen.

Schimmelsporen entfernen: 10 Tipps

Sobald der Schimmelbefall einmal entdeckt wurde, sollten Sie ihn ebenso wie sämtliche Schimmelsporen entfernen – und zwar so schnell wie möglich. Nur so können Sie die negativen Folgen für Ihre Gesundheit so gut es geht eindämmen. Nachfolgend verraten wir Ihnen 10 Tipps, mit denen Sie Schimmel und Schimmelsporen zuverlässig aus Ihrer Wohnung entfernen können.

Schimmel entfernen

Tipp 1: Essigessenz

Essigessenz ist ein gutes Hausmittel gegen Schimmel. Sie wird großtechnisch hergestellt und insbesondere für Reiniger eingesetzt. Es gibt sie in hohen Reinheitsgraden, allerdings ist bei der Anwendung Vorsicht geboten. Je mehr Säure die Essigessenz enthält, desto höher ist das Risiko für Verätzungen.

Wählen Sie eine Essigessenz mit maximal 60 Prozent Essigsäure und tragen Sie eine Atemmaske, Schutzbrille sowie Gummihandschuhe. Führen Sie vor der Anwendung erst einen Test durch, ob das Material die Essigessenz verträgt. Falls ja, kann sie mit einem Tuch auf die schimmelige Stelle aufgetragen werden. Lassen Sie die Essigessenz dann einige Minuten einwirken und entfernen Sie den Schimmel mit einem feuchten Lappen oder einer Bürste. Auf kalkhaltigen Untergründen darf Essigsäure nicht eingesetzt werden, denn durch den Kalk würde die Säure neutralisiert und so ihre schimmelabtötende Wirkung verlieren.

Tipp 2: Alkohol und Spiritus

Auch Alkohol und Spiritus gelten als effektive Hausmittel gegen Schimmel. Der Alkohol sollte hochprozentig und rein sein. Mindestens 70 Prozent Alkohol sollte die Lösung enthalten, damit sie im Kampf gegen Schimmel auch wirklich effektiv ist. Sie wird genauso angewendet wie die Essigessenz und eignet sich auch für kalkhaltige Untergründe.

Tipp 3: Handelsüblicher Schimmelentferner

Natürlich können Sie Schimmel auch beseitigen, indem Sie zu einem handelsüblichen Schimmelentferner greifen. Diese Anti-Schimmel-Mittel enthalten schnell wirksame Chlorwirkstoffe. Sie zerstören die Sporen innerhalb weniger Sekunden. Diese Produkte sind hochwirksam. Alternativ werden auch Produkte auf Alkoholbasis angeboten, die sich ebenfalls zur Schimmelentfernung eignen.

Tipp 4: Luftreiniger gegen Schimmelsporen in der Luft

Die gesundheitliche Belastung für Menschen durch Schimmel entsteht hauptsächlich dadurch, dass wir die Pilzsporen über die Atemluft aufnehmen. Außerdem werden Sie in einer Wohnung mit Schimmelbefall immer auch einen modrigen Geruch wahrnehmen. Beide Probleme können Sie mit einem speziellen Luftreiniger gegen Schimmel reduzieren.

Wichtig ist, einen geeigneten Luftreiniger einzusetzen, denn die Schimmelsporen können teilweise eine sehr unterschiedliche Größe aufweisen. Ein Modell mit HEPA-Filter kann auch Partikel aus der Luft filtern, die nur zwischen 0,1 und 0,3 Mikrometer groß sind. Größere Partikel hält oft schon der Vorfilter zurück. Gegen den muffigen Geruch hilft ein Aktivkohlefilter, der in hochwertigen Luftreinigern ebenfalls verbaut ist. Ein Luftreiniger reduziert die Schimmelsporen, die in der Luft umherfliegen, besonders effektiv. So schützt er Ihre Gesundheit und verhindert gleichzeitig, dass sich der Schimmel weiter in der Wohnung ausbreiten kann.

Tipp 5: Tapeten und Gipskartonplatten austauschen

Wenn Tapeten und Gipskartonplatten von Schimmel befallen sind, können Sie durch eine oberflächliche Behandlung mit Alkohol, Essigessenz oder Anti-Schimmel-Mittel kaum alle Schimmelsporen abtöten. Besser ist es, den kompletten Nährboden des Schimmels zu wechseln, also die Tapeten und Gipskartonplatten fachkundig auszutauschen. Dabei sollte überprüft werden, ob auch die Fläche hinter den Materialien befallen ist.

Tipp 6: Holzflächen gründlich säubern

In Holzflächen kann Schimmel unterschiedlich tief eindringen. Bei der Holzbläue handelt es sich nur um einen oberflächlichen Schimmelbefall, der sich einfach mit Alkohol oder Essigessenz beseitigen lässt. Bei einem tiefer eingedrungenen Pilz ist es notwendig, die Holzoberfläche abzuschleifen. Mitunter muss das Holzbauteil auch entsorgt werden.

Tipp 7: Möbel kontrollieren und reinigen

Wenn Sie einen Schimmelbefall in Ihrer Wohnung haben, ist es auch wichtig, sämtliche Möbelstücke zu kontrollieren und gegebenenfalls zu reinigen. Etyhlalkohol eignet sich auch in diesem Fall am besten für die Schimmelentfernung. Bei Möbeln mit glatten Oberflächen reicht es, den Schimmel einfach wegzuwischen. Sind Schimmelsporen hingegen in Polstermöbel wie Sessel oder Couch eingedrungen, ist es kaum möglich, den Schimmel zu entfernen. Dann ist es besser, die Möbelstücke zu entsorgen und durch neue zu ersetzen.

Tipp 8: Richtig heizen und lüften

Mit dem richtigen Heiz- und Lüftungsverhalten können Sie maßgeblich dazu beitragen, Schimmelsporen im Raum zu verringern und einem (erneuten) Schimmelbefall vorbeugen. Heizen Sie die Wohnung gleichmäßig, damit es zwischen den einzelnen Räumen keine zu großen Temperaturunterschiede gibt. Deshalb ist es wichtig, auch Räume, die Sie nicht rund um die Uhr nutzen, ausreichend zu heizen.

Leiten Sie die Feuchtigkeit nach dem Kochen oder Duschen sofort nach draußen, indem Sie das entsprechende Fenster weit öffnen. Lüften Sie mindestens einmal täglich mit komplett geöffneten Fenstern und vermeiden Sie es, in einzelnen Räumen dauerhaft das Fenster gekippt zu lassen. Am besten ist es, mehrere Fenster in gegenüberliegenden Räumen gleichzeitig zu öffnen, denn dann entsteht ein Durchzug, der für einen optimalen Luftaustausch sorgt. Im Idealfall sollten Sie morgens und abends je nach Außentemperatur die Fenster für fünf bis zehn Minuten öffnen. Im Sommer muss dabei länger gelüftet werden als im Winter.

Tipp 9: Sanierung durch Profis vornehmen lassen

Wenn der Schimmelbefall schon älter ist, sind die Sporen oft bereits in die Tapete, den Anstrich oder sogar den Putz eingedrungen. Dann hilft eine oberflächliche Schimmelbehandlung leider nicht mehr. Stattdessen sollten Sie das Problem in die Hände eines Profis legen: Engagieren Sie einen Sachverständigen, der eine professionelle Sanierung durchführen kann. Es ist notwendig, alle befallenen Materialien zu entfernen.

Tipp 10: Schimmel vorbeugen

Damit die mit Schimmel befallenen Stellen nicht erneut zu schimmeln beginnen, sollten Sie für die Sanierung anorganische Materialien einsetzen. Das beugt einem wiederholten Befall vor. Geeignet sind Kalkputz und Kalk-Mineral-Farbanstriche.

Sie sind zwar in der Regel teurer als normale Binderfarbe, aber durchlässiger für Dampf und eben anorganisch, sodass der Schimmel keinen Nährboden hat, auf dem er wachsen könnte. Verzichten Sie außerdem darauf, Tapeten über die betroffenen Wandbereiche zu kleben, denn diese stellen ebenfalls einen idealen Nährboden für Schimmelpilze dar.


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