Gute Raumluft erkennt ihr an einem CO2-Wert unter 1.000 ppm, 40 bis 60 Prozent relativer Feuchte und niedrigen Feinstaubwerten. Messen könnt ihr das mit einem CO2- oder Kombi-Messgerät, das auch Feinstaub und VOC erfasst. Verbessert die Luft zuerst durch Stoßlüften, dann durch das Beseitigen von Schadstoffquellen und bei Bedarf einen Luftreiniger mit HEPA-Filter. Ein CO2-Wert misst nur den Lüftungsbedarf, keine Schadstoffe.
Wer die Raumluft verbessern will, sollte sie zuerst messen. Erst die Zahlen zeigen, ob das Problem zu wenig Lüftung, zu viel Feuchte oder eine konkrete Schadstoffquelle ist. Dieser Ratgeber erklärt, welche Werte zählen, mit welchen Geräten ihr testet und welche Schritte wirklich helfen.
Welche Werte hat gute Raumluft?
Vier Größen bestimmen die Qualität eurer Raumluft. Diese Richtwerte gelten als Orientierung für Wohnräume:
| Größe | Guter Bereich | Bedeutung |
|---|---|---|
| CO2 | unter 1.000 ppm | Lüftungsbedarf, verbrauchte Luft |
| Relative Feuchte | 40 bis 60 Prozent | Schimmel- und Trockenheitsschutz |
| Temperatur | rund 20 Grad | Wohnkomfort |
| Feinstaub (PM2,5) | möglichst niedrig | Partikelbelastung |
Der CO2-Wert ist der wichtigste Schnellindikator. Bis 1.000 ppm gilt die Luft als gut, bis 2.000 ppm als mäßig, darüber solltet ihr dringend lüften. Dieser Richtwert geht auf den Hygieniker Max von Pettenkofer zurück. Die relative Luftfeuchtigkeit haltet ihr am besten zwischen 40 und 60 Prozent, mehr dazu im Ratgeber zur optimalen Raumfeuchte.
Raumluft testen: diese Geräte und Methoden gibt es
Für den Hausgebrauch reicht meist ein elektronisches Messgerät. Profimessungen lohnen sich nur bei konkretem Verdacht.
Ein CO2-Messgerät ist der einfachste Einstieg. Stiftung Warentest hat CO2-Ampeln getestet und gute Geräte schon für unter 100 Euro gefunden. Sie warnen per Ampelfarbe, sobald die Luft verbraucht ist.
Ein Kombi-Messgerät misst zusätzlich Feinstaub (PM2,5 und PM10), VOC, Temperatur und Feuchte. VOC-Sensoren erfassen dabei einen Summenwert flüchtiger organischer Verbindungen, nicht einzelne Stoffe. Für einen Überblick über die Raumluft genügt das.
Eine Laboranalyse braucht ihr nur bei Verdacht auf Schimmel hinter Wänden oder hohe Formaldehydwerte. Wie ihr Schimmel gezielt nachweist, lest ihr im Ratgeber zum Schimmelsporen messen.
Welche Schadstoffe in der Raumluft stecken
Die Innenraumluft enthält je nach Quelle unterschiedliche Schadstoffe. Die wichtigsten im Überblick:
- Feinstaub (PM2,5/PM10): aus Verkehr, Kerzen, Kochen und Tabakrauch. Dringt tief in die Atemwege ein.
- VOC (flüchtige organische Verbindungen): aus Farben, Möbeln, Reinigungsmitteln. Verursachen oft Gerüche.
- Formaldehyd: aus Klebstoffen und Spanplatten, reizt Augen und Schleimhäute.
- Stickoxide (NOx) und Ozon: gelangen von außen herein oder entstehen durch Geräte.
- Schimmelsporen: in feuchten Ecken, Bädern und Kellern.
- Kohlenmonoxid (CO): aus defekten Feuerstätten, farb- und geruchlos, gefährlich.
Gegen Partikel wie Feinstaub und Pollen hilft ein Luftreiniger mit HEPA-Filter. Gegen gasförmige Schadstoffe und Gerüche braucht es Aktivkohle.
CO2 messen: der einfachste Einstieg
CO2 ist kein Schadstoff, sondern ein Indikator. Steigt der Wert, sitzen zu viele Menschen zu lange im Raum, ohne dass frische Luft nachkommt. Konzentration und Wohlbefinden leiden, lange bevor es gefährlich wird.
Wichtig ist die saubere Trennung: Ein CO2-Wert sagt nichts über Feinstaub, VOC oder Formaldehyd aus. Er zeigt nur, ob ihr lüften müsst. Für eine vollständige Bewertung der Schadstoffe braucht ihr ein Kombigerät. Im Büro ist der CO2-Wert besonders aussagekräftig, mehr dazu im Ratgeber zum Büro-Luftreiniger.
Raumluft verbessern: die wirksamsten Schritte
Die Reihenfolge entscheidet. Erst die einfachen, kostenlosen Maßnahmen, dann die Technik.
- Stoßlüften statt Dauerkipp. Öffnet mehrmals täglich für einige Minuten alle Fenster weit. Das tauscht die Luft schneller aus als ein gekipptes Fenster über Stunden.
- Ursachen reduzieren. Wählt emissionsarme Möbel und Reinigungsmittel, raucht nicht in der Wohnung, lüftet nach dem Kochen und Duschen.
- Feuchte steuern. Haltet 40 bis 60 Prozent, das beugt Schimmel und trockenen Schleimhäuten vor.
- Luftreiniger gezielt einsetzen. Bei Pollen, Feinstaub oder Gerüchen ergänzt ein Gerät mit HEPA- und Aktivkohlefilter das Lüften. Es ersetzt es aber nicht, da es kein CO2 abbaut.
Zimmerpflanzen verbessern die Raumluft übrigens kaum messbar, auch wenn das oft behauptet wird. Was wirklich dahintersteckt, lest ihr im Ratgeber zu Pflanzen für bessere Raumluft.
Fazit
Messen schafft Klarheit, Lüften schafft frische Luft. Ein CO2-Messgerät zeigt euch den Lüftungsbedarf, ein Kombigerät die Schadstoffe. Verbessert die Luft zuerst durch konsequentes Stoßlüften und das Beseitigen von Quellen. Ein Luftreiniger mit HEPA- und Aktivkohlefilter ist die sinnvolle Ergänzung, wenn Pollen, Feinstaub oder Gerüche das Problem sind.