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Mundschutz selbst nähen: Anleitung zum selber machen

Maskierte Menschen, wie in Asien schon lange zu sehen, zeigen die „neue Normalität“. Unter Einhaltung der Abstands- sowie Hygieneregeln trägt laut Ansicht anerkannter Virologen eine sogenannte „Community-Maske“ zum Schutz der Allgemeinheit bei. Damit minimieren Sie als Nutzer den Ausstoß von Feuchtigkeit durch Mund und Nase. Die Universität Cambridge kam 2009 zu dem Ergebnis, dass selbst einfache Stoffstücke Partikel in Virengröße um bis zu 50 Prozent zurückhalten können.

Das Wichtigste vorab:

  • Die Mundschutzpflicht vervielfacht den allgemeinen Bedarf an Masken. Professionelle Atemschutzmasken sollten jedoch medizinischem Fachpersonal vorbehalten bleiben.
  • Die Bedeckung für Mund und Nase selbst herzustellen, verschafft Ihnen Unabhängigkeit von zeitweise bestehenden Lieferengpässen und somit überhöhten Preisen.
  • Mit ein wenig Geschick, Kreativität sowie einer Nähanleitung fertigen Sie Alltagsmasken schnell und kostengünstig an.
  • Einige Informationen vorab erleichtern Ihnen die Herstellung sowie den späteren Gebrauch dieser neuen „Accessoires“.
Mundschutz einfach selbst herstellen & Kosten sparen

Mundschutz tragen: Für unsere Mitmenschen

Die Sicherheit vor Ansteckung gewährleisten nur sogenannte „Filtering Face Piece“, kurz FFP-Masken oder Atemschutzfilter. Diese professionelle Ausrüstung gibt es in drei unterschiedlichen Klassen: FFP1, FFP2 und FFP3. Eine Barriere für die Virenübertragung durch andere, also den Eigenschutz, stellen ausschließlich Masken der Klasse FFP2 aufwärts dar.

Eine Stoffmaske, egal ob gekauft oder eigenhändig genäht, bietet dem Nutzer selbst keinen sicheren Schutz vor Krankheitserregern. Sie hilft jedoch, Tröpfchen aus Mund und Nase, etwa beim Sprechen oder Niesen, einzudämmen. Der Träger verbessert damit die Sicherheit für sein Umfeld. Darüber hinaus verringert er das Risiko, sich mit eventuell virenbelasteten Händen ins Gesicht zu fassen. Wenn möglichst viele Menschen Maske tragen, schaffen sie gegenseitig einen gewissen Fremdschutz vor Ansteckung. Unabhängig davon gilt die dringende Empfehlung der Experten

  • zu anderen den Abstand von mindestens eineinhalb Metern einzuhalten,
  • sich häufig und regelmäßig die Hände zu waschen sowie
  • den Mundschutz nach der sachgerechten Benutzung sofort zu reinigen beziehungsweise zu desinfizieren.

Nachhaltiger Mundschutz aus eigener Herstellung – so funktioniert es!

Geeigneten Stoff, Garn sowie Gummiband und idealerweise eine Nähmaschine – viel mehr brauchen Sie nicht für Ihre Behelfsmaske mit persönlicher Note. In Zeitschriften beziehungsweise im Internet finden sich zahlreiche Anregungen und Schnittmuster, die Sie leicht umsetzen können.

Das Hauptkriterium für die Stoffwahl stellt die spätere Pflege des Mundschutzes dar. Die Maske muss bei mindestens 60 Grad waschbar sein, besser noch bei 95 Grad. Gleiches gilt für die Gummikordel beziehungsweise das Gummiband. Baumwollstoffe eignen sich gut; abgelegte Blusen und Herrenhemden finden auf diese Weise eine sinnvolle Weiterverwendung. Alternativ zum Gummi nähen viele an ihre Masken Kopfbänder aus kochfestem Schrägband. Beide Varianten bieten Vor- und Nachteile.

Zwei der gängigsten Maskentypen lassen sich nach ihrer Form unterscheiden:

  • rechteckig; mit eingearbeiteten Falten oder
  • halbrund; ohne Faltung

Anleitung: Rechteckigen Mundschutz selbst herstellen

Für den rechteckig gefertigten Mundschutz benötigen Sie kein Schnittmuster.

  1. Schritt: Aus einem geeigneten Stoff zwei Rechtecke von circa 18 mal 24 Zentimeter zuschneiden und die Stoffstreifen rechts auf rechts aufeinanderlegen. Jetzt befindet sich also die spätere Außenseite innen.
  2. Schritt: Die beiden längeren Rechteckseiten jeweils zusammennähen.
  3. Schritt: Das genähte Teil wenden; die Außenseite ist nun sichtbar. An den verbliebenen offenen Seiten je ein Stück als sogenannte Nahtzugabe nach innen umbügeln.
  4. Schritt: Jetzt drei Falten legen, einarbeiten und sorgfältig bügeln. Bei der Faltentiefe von ein bis anderthalb Zentimetern beträgt die Länge der Seiten noch etwa sechs bis sechseinhalb Zentimeter.
  5. Schritt: Die Falten mit Stecknadeln sichern. Gummiband oder -kordel beziehungsweise Schrägband etwa einen Zentimeter in die beiden offenen Seiten schieben und ebenfalls mit Nadeln befestigen.
  6. Schritt: Nun kommt wieder die Maschine zum Einsatz. Zur Kantenverstärkung einmal an allen vier Seiten entlang nähen; eventuell Bänder sowie Falten durch eine doppelte Naht sichern.

Der Mundschutz ist damit einsatzbereit, sollte allerdings vor dem ersten Tragen einmal gewaschen werden.

Anleitung: Halbrunden Mundschutz selbst herstellen

Für die Herstellung des taschenähnlichen, halbrunden Typs empfiehlt sich ein Schnittmuster. Die Form ähnelt den FFP-Masken.

  1. Schritt: Vier halbrunde Maskenteile sorgfältig zuschneiden. Jeweils zwei davon müssen „gegengleich“ sein.
  2. Schritt: Die beiden „gegengleichen“ Stücke rechts auf rechts aufeinanderlegen, die später sichtbare, „schöne“, Seite befindet sich demnach innen.
  3. Schritt: Jetzt mit einer Nahtzugabe entlang der Stoffkante die „Rundungen“ jeweils sorgfältig zusammenstecken und anschließend festnähen.
  4. Schritt: Als Nächstes die Nahtzugabe – am besten mit einer Zickzackschere – etwas zurückschneiden, damit sich die Rundung später besser anlegt. Ansonsten vorsichtig kleine Keile in die Zugabe schneiden. Dabei die Naht nicht beschädigen.
  5. Schritt: Die Mundstücke auseinanderfalten und bei Bedarf glattbügeln. Anschließend die jeweils gleichen Teile rechts auf rechts legen.
  6. Schritt: Die unteren und oberen Kanten akkurat mit Nadeln oder Clips befestigen und zusammennähen.
  7. Schritt: Jetzt hier ebenfalls die Nahtzugabe sorgsam etwas zurückschneiden.
  8. Schritt: Das genähte Stoffstück durch eine der beiden noch offenen Seiten umdrehen.
  9. Schritt: Die jeweiligen Nahtzugaben an diesen offenen Seiten nach innen wenden und glatt umbügeln.
  10. Schritt: Jeweils ein Gummiband, eine Gummikordel oder das Stoffband in passender Länge circa einen Zentimeter weit in eine Ecke schieben und mit einer Nadel feststecken.
  11. Schritt: Jetzt einmal um die ganze Maske knapp an ihrer Bügelkante entlang nähen, dabei die Bänder doppelt befestigen. Der Mundschutz ist fertig. Auch hier gilt grundsätzlich: vor der Nutzung waschen; nach dem Tragen sowieso.

Zudem bringen nicht nur Brillenträger häufig eine Art „Nasenbügel“ an der oberen Kante ihrer Maske an. Vor Verschließen der kurzen Seiten wird ein Stück Basteldraht oder ähnliches Material eingeschoben und durch eine zusätzliche Naht fixiert. Die laufende Reinigung und Pflege des Mundschutzes dürfen davon nicht beeinträchtigt sein. Daher eignet sich rostfreies Metall oder dünne Streifen aus Edelstahl am besten für diesen Zweck.

Anleitung: T-Shirt ohne nähen zu Express-Mundschutz verarbeiten

  1. Schritt: Ein Stoffstück in der Größe 15 mal 35 Zentimeter inclusive Saum vom unteren Rand abschneiden.
  2. Schritt: An den beiden kurzen Seiten je einen circa zwei Zentimeter breiten Streifen einschneiden. Der Schnitt beginnt an der unteren Kante und endet etwa zwei Zentimeter vor der oberen Kante.
  3. Schritt: Jetzt an diesen kurzen Seiten, etwa zwei Zentimeter nach innen versetzt, Schlitze von fünf Zentimeter Länge schneiden. Der Abstand zur Unterkante beträgt zwei Zentimeter.
  4. Schritt 4 (optional): Basteldraht oder entsprechendes Material in den Saum schieben.

Die Maske ist bereit für ihren Einsatz. Die Saumkante legen Sie über Mund und Nase; die Schlitze ziehen Sie über die Ohren. Mit den gebundenen Streifen fixieren Sie den Schutz im Nacken.

Checkliste: Material & Arbeitsmittel für Behelfsschutzmaske

Im Prinzip genügen Nadel und Faden, aber mit technischer Unterstützung sparen Sie viel Zeit und Mühe. Außer einer Nähmaschine brauchen Sie:

  • ein Bügeleisen, möglichst mit Dampf,
  • eine große Stoffschere in guter Qualität zum Zuschneiden,
  • eine kleine, spitze Schere zum sauberen Abtrennen loser Fäden,
  • Stift oder Schneiderkreide zur Markierung der Schnitte,
  • ein Maßband beziehungsweise ein festes Nählineal mit Skala,
  • mehrere Stecknadeln und ein Nadelkissen oder Stoffclips zur Fixierung sowie
  • einen Fadentrenner, auch Pfeiltrenner genannt, für den „Fall der Fälle“.

Darüber hinaus benötigen Sie folgende Materialien für Ihr Projekt:

  • einige im Optimalfall kochfeste Stoffstücke, gerne Reste oder abgelegte Hemden (Bettwäsche aus Baumwolle oder alte Mullwindeln eignen sich ebenfalls hervorragend),
  • für die „Expressmaske“ ein ausrangiertes T-Shirt,
  • Nähgarn für die Maschine; je nach Vorliebe entweder in der Stofffarbe oder im Kontrast dazu,
  • Gummiband oder -kordel beziehungsweise Schrägband aus Baumwolle für die Variante zum Binden,
  • gegebenfalls ein Schnittmuster für die halbrunde Maske,
  • nach Wunsch Bügel oder Draht aus rostfreiem Metall, um die Passform zu optimieren.

Einige nützliche und wissenswerte Tipps rund um Maske sowie deren Anwendung

Größe anpassen:

  • Je nach Bundesland unterliegen schon Kinder etwa ab dem sechsten Lebensjahr der allgemeinen Pflicht, Mund- und Nasenschutz zu tragen. Die Passform stellt hier ein spezielles Problem dar. Das Schnittmuster der Maske für Mama oder Papa auf etwa 60 bis 80 Prozent verkleinert ergibt häufig schon eine geeignete Vorlage. Stoffe mit lustigen, kindgerechten Motiven erleichtern die Eingewöhnungsphase zusätzlich.
  • Umgekehrt funktioniert die Methode ebenfalls. Mundschutzträger mit etwas „voluminöseren“ Köpfen genügt oftmals die Vergrößerung eines gängigen Schnittes auf 120 Prozent.

Maskenform & Material:

  • Welche Maskenform sich für Sie am besten eignet, finden Sie idealerweise durch Ausprobieren selbst heraus. Gleiches gilt für die Wahl des optimalen Stoffes.
  • Um eine später erforderliche Desinfektion zu ermöglichen, soll dieser eine 60 Grad Wäsche und heiße Bügeltemperaturen überstehen.
  • Daneben achten Sie darauf, dass er angenehm zu tragen ist und keine Hautreizungen hervorruft.
  • Trotz des angestrebten Schutzes müssen Sie ohne Schwierigkeiten atmen können, zumal wenn der Stoff doppelt liegt. Vor dem Nähen empfiehlt es sich deshalb, das Stoffstück probehalber dicht vor Nase und Mund zu halten.

Tipp: 2 Farben

Die gegebenenfalls virenbelastete Außenseite Ihrer Maske dürfen Sie nach dem Tragen nicht mehr berühren, um eine Übertragung zu vermeiden. So erweist es sich als hilfreich, zwei unterschiedliche Stoffe oder Farben zu verwenden.

Weitere Fragestellungen

Brauchen Sie viel Erfahrung, um eine Maske selbst zu nähen?

Mit Geduld, etwas Übung und einer Schritt-für-Schritt Anleitung gelingt es beinahe jedem, den eigenen Mundschutz selbst zu fertigen. Besitzer einer Nähmaschine verfügen ohnehin meist über eine gewisse Erfahrung. In sozialen Netzwerken teilen außerdem zahlreiche Könner auf diesem Gebiet ihr Wissen gerne mit Ihnen.

Welchen Schutz bieten selbst genähte Masken?

Sie schützen mit Ihrer Maske nicht sich, sondern – in einem gewissen Rahmen – Ihre Mitmenschen. Eine selbst genähte Behelfsmaske stellt keinen medizinischen Krankheitsschutz dar; darauf weisen Virologen immer wieder hin. Sie vermag aber, die Tröpfchen aus Mund und Nase zu verringern, welche Experten als Hauptinfektionsquelle ansehen.

Ein von möglichst vielen Menschen getragener Mund- und Nasenschutz stellt zusammen mit genügend Abstand und Hygiene ein Stück Solidarität im gemeinsamen Kampf gegen Corona dar.


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